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Immer mehr Plastik im Kompost Kompostieranlagen kämpfen gegen den Plastik-Müll

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kompostieranlagen kämpfen immer mehr mit Plastikabfall im Grüngut. So würden zum Beispiel verdorbene Lebensmittel inklusive Plastikverpackung in die Grüngut-Tonne geworfen.
  • Die Grünverwertung KEWU aus dem Kanton Bern musste einen zusätzlichen Mitarbeiter anstellen, der von Hand Plastik und andere Fremdstoffe zwischen Rüstabfällen, Gras und Laub herausfischt.
  • Ab nächster Woche sollen Grüngut-Container in den KEWU-Gemeinden, welche Plastik enthalten, nicht mehr geleert werden. So sollen die Verursacher auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht werden.
Audio
Im Grüngut landet nicht nur Grünes
08:00 min, aus Espresso vom 15.06.2018.
abspielen. Laufzeit 08:00 Minuten.

Die Grüngutverwertung KEWU aus Krauchthal in der Nähe der Stadt Bern musste Anfang Jahr einen zusätzlichen Mitarbeiter anstellen, der Fremdstoffe wie Plastik aus dem gesammelten Grüngut herausfischt.

Der Grund: Aus den 13 Gemeinden, welche der KEWU angeschlossen sind, wurde immer mehr Grünabfall angeliefert, der mit Plastik verunreinigt war. «Das Problem ist, dass der Plastik im Kompostier- und Vergärungsprozess nicht abgebaut wird, sondern am Schluss als kleine Schnipsel wieder auf den Feldern oder Gärten landet», sagt Daniel Trachsel, Administrativer Leiter der KEWU. Es hätten auch schon Bauern wegen verunreinigtem Kompost reklamiert, so Trachsel.

Mitarbeiter, der Plastik aussortiert

Er habe schon Gummistiefel, Badehosen, Golf- und Tennisbälle gefunden, erzählt der KEWU-Mitarbeiter im SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Und natürlich ganz viele sogenannte Raschelsäcke der Grossverteiler.

Diese Säckli, die seit einiger Zeit fünf Rappen kosten, würden sehr oft mit den kompostierbaren Compobags verwechselt, sagt Andreas Utiger, Geschäftsführer von Biomasse Suisse: «Die Compobags haben ein grünes Gitter aufgedruckt. Trotzdem werden sie mit den Raschelsäcken verwechselt.»

Für Utiger ist es der Aufdruck auf den Raschelsäcken, der die Leute täuscht: «Es steht gross 100 Prozent Recyclingplastik drauf. Dies verwirrt die Leute, sie meinen, diese Säcke seien kompostierbar. Doch das stimmt nicht.» Immerhin hätten Migros und Coop nun noch den Hinweis «Nicht kompostierbar» aufgedruckt. Trotzdem landen die Säcke immer noch in der Grüngutverwertung.

Video
Handarbeit und ein aufmerksames Auge sind gefragt
Aus Kassensturz vom 15.06.2018.
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Container werden nicht mehr geleert

Da fast alle Grüngutverwerter in der Schweiz mit zu viel Plastik kämpfen, versucht der Verband Biomasse Suisse mit Informationskampagnen Gegensteuer zu geben. Es seien vor allem Container in anonymen Grossüberbauungen betroffen, sagt Utiger. Diese Bewohner zu erreichen sei schwierig.

Die KEWU wird ab nächster Woche Grüncontainer, die Plastik enthalten, nicht mehr leeren und einfach stehen lassen. «So erhoffen wir uns, dass bei den Leuten ein Umdenken stattfindet», sagt Daniel Trachsel. Die Container würden zusätzlich mit einem Kleber versehen, der darauf hinweist, dass Plastik im Grüngut nicht erlaubt ist.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Vera Kehrli  (Vera Kehrli)
    So lange wir den Autofahrern erlauben tonnenweise Abgase in die Luft zu lassen und so unsere Kinder zu vergiften, so lange ist es nicht erstaunlich dass auch ein paar kilo Plastik in der Grünabfuhr landen.
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  • Kommentar von Verena Schär  (Nachdenklich)
    Ja, es ist zu viel verlangt den G. Abfall ohne Plastik zu entsorgen. Bis zu einem gewissen Grad kann ich es verstehen. Wenn ich unsere Umwelt entlang der Autobahnen und Strassen ansehe so spiegelt sich diese Ignoranz auch da. Auch die Zigarettenstummel im Park, Wald, Keller und auf der Strasse zeugen von einer gewissen Arroganz. Solange in Bern stundenlang verhindert wird, dass Plastiksäcke verschwinden solange lernt auch Hänschen nichts. Ich spare viel Geld, denn in die Säcklein kommt Abfall.
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  • Kommentar von Nadja Bossert  (Evolution-Girl)
    Bei uns dürfen auch nicht die kompostierbaren Säckli in die Tonne.
    Der Vergärungsprozess dauere länger als vom Grüngut und sie verheddern in der Zerkleinerungsmaschiene. Seit letztem Monat darf auch nur noch Gras und Gartenabfälle in den grossen Container, Küchen-,Rüstabfälle und Essensreste kommen nun in den zusätzlichen Container, daraus gibt es Biogas. Hasenheu muss in den Container für unzersetzbares wie Asche, Beton, Plättli und Katzensand.
    Wir haben zuhause nun 3 Behälter zum sammeln...
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