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Beim Verbrauchsdatum gibt es klare Vorschriften
Aus Espresso vom 25.01.2021.
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«Espresso Aha!» Nach dem Verbrauchsdatum: Kein Verkauf von Lebensmitteln

Ein Mann wollte Lebensmittel nach dem «zu verbrauchen bis…»-Datum zum halben Preis erstehen. Warum geht das nicht?

Ein Mann nimmt bei Denner etwas aus dem Kühlregal und stellt fest, dass das Verbrauchsdatum verstrichen ist. Er geht mit dem Produkt zur Kasse und will es zum halben Preis kaufen. Die Kassiererin lehnt ab und sagt, sie dürfe ihm ein Produkt nach dem Verbrauchsdatum weder reduziert verkaufen, noch verschenken. Das stimmt.

«Espresso Aha!»

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Verbrauchsdatum für besonders empfindliche Produkte

Mit einem Verbrauchsdatum müssen besonders empfindliche Lebensmittel versehen werden. Produkte, bei denen die Gefahr besteht, dass sich krankmachende Keime oder schädliche Stoffe bilden. Die Angabe «zu verbrauchen bis…» ist verbindlich. In der entsprechenden Verordnung des Bundes steht: «Nach diesem Datum darf das Lebensmittel nicht mehr als solches an Konsumentinnen oder Konsumenten abgegeben werden.»

Beim Verbrauchsdatum geht es also um die Lebensmittelsicherheit. Solche Lebensmittel werden daher nach dem Verbrauchsdatum aus dem Regal genommen. Versehentlich kann mal etwas liegenbleiben. Fazit: Die Denner-Kassierin hat im geschilderten Fall richtig gehandelt.

«mindestens haltbar bis…» ist weniger heikel

Weniger heikel sind Lebensmitteln mit dem Aufdruck «mindestens haltbar bis…». Mit einem solchen Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) müssen die meisten Lebensmittel versehen werden. Es besagt lediglich, dass das Lebensmittel «bei richtiger Aufbewahrung seine spezifischen Eigenschaften behält.» Nach dem MHD kann sich beispielsweise der Geschmack oder die Konsistenz eines Produktes verändern. Wenn das Produkt noch gut aussieht, riecht und schmeckt, kann es problemlos auch nach diesem Datum genossen werden.

Trotzdem nehmen Grossverteiler und Discounter auch Produkte aus den Regalen, deren MHD verstrichen ist. Obwohl man es noch konsumieren könnte. Denner-Sprecher Thomas Kaderli erläutert: «Der Hersteller garantiert bis zu diesem Datum diejenige Qualität, die er mit diesem Produkt in Verbindung bringt.» Da dies danach nicht mehr gesichert ist, werden die Produkte entfernt. Die meisten Leute kaufen auch keine Lebensmittel, deren MHD abgelaufen ist.

Lebensmittel werden gespendet oder zu Biogas

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Was geschieht mit Lebensmitteln, deren Verbrauchs- oder Haltbarkeitsdatum abläuft? «Wir geben sie in eine Biogas-Anlage, es wird also Biogas daraus gewonnen. Oder wir arbeiten mit karitativen Organisationen wie Caritas, ‹Tischlein deck dich› oder Anbieter wie ‹too good to go› zusammen», sagt Thomas Kaderli von Denner.

Doch für karitative Organisationen genügen sie längstens – und werden gespendet. Mit solchen Massnahmen versuchen Denner und auch andere Grossverteiler wie Coop und Migros Foodwaste zu verhindern. Die Quote sei in den letzten Jahren auch deutlich gesunken, sagen sie übereinstimmend.

Preisreduktionen vor dem Ablauf

Zu den Massnahmen gehören auch Preisreduktionen: «Wenn ein Produkt ans Ende der Haltbarkeit gelangt, wird es schrittweise im Preis reduziert, von anfangs 25 Prozent bis zu 50 Prozent Rabatt am letzten Tag», sagt Denner. Rabattkleber mit der Aufschrift «save food – Lebensmittel sind wertvoll» sollen Konsumentinnen und Konsumenten für die Thematik sensibilisieren.

Rabatt-Aufkleber Denner
Legende: Am Ende der Haltbarkeit bekommen Denner-Produkte einen speziellen Aufkleber. Denner

Wie viele Tage vor dem Verbrauchs- oder Haltbarkeitsdatum die Preise reduziert werden, ist den einzelnen Filialen überlassen. Diese entscheiden aufgrund ihrer Erfahrungswerte. Grundsätzlich wird angestrebt, dass eine Filiale nur so viel eines Produkts bestellt, wie sie auch zum normalen Preis und vor dem Ablaufdatum verkaufen kann.

Espresso, 25.01.2021, 08:13 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Schmid  (W. Schmid)
    Und morgen lesen wir wieder, wieviel Tonnen Lebensmittel wird wegwerfen.
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    1. Antwort von Manuel Nagel  (mkrm)
      Auch wenn Food Waste ein ernstes Thema ist, bei Produkten, die im abgelaufenen Zustand das Risiko einer Lebensmittelvergiftung in sich bergen, sollte man die Prioritäten schon korrekt setzen.
      Ich finde es richtig, wenn Supermärkte, wie in der Schweiz üblich, vor Ablauf rabattieren, um den Ausschuss zu minimieren.
  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    "Grundsätzlich wird angestrebt, dass eine Filiale nur so viel eines Produkts bestellt, wie sie auch zum normalen Preis und vor dem Ablaufdatum verkaufen kann."
    Genau, Foodwaste passiert eben nicht beim Detailhändler sondern in den Privathaushalten.
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    1. Antwort von Lukas Siegenthaler  (Luki Siegethaler)
      Wie recht sie doch haben. Ich finde es bedenklich, dass der Fokus so stark auf Detailisten und teilweise der Landwirtschaft liegt. Diese versuchen angestrengt ihren Foodwaste zu reduzieren, während alleine die Haushalte knapp 10 mal mehr Verschwendung an den Tag legen als die Detailisten. Wenn Lebensmittel wieder mehr Wert hätten, überlegt man sich vielleicht zwei Mal ob man wirklich so viel braucht. Andererseits mögen Coop und Migros halt lieber Kunden, die viel kaufen...
    2. Antwort von Manuel Nagel  (mkrm)
      Die Händler tragen aber schon dazu bei, da es in der westlichen Welt zum Lebensgefühl gehört, im Supermarkt keine leeren Regale sehen zu müssen.
      Daher wird auch kurz vor Ladenschluss noch nachgelegt, auch wenn das für die abzusehenden Verkaufsmengen keinen Sinn ergibt.