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Darf man Obst auflesen, das auf dem Feld liegt?
Aus Kassensturz vom 16.09.2014.
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Darf man das? Darf man Früchte auf dem Feld auflesen?

Karl und Karla kommen an eine Wiese, auf der Apfelbäume stehen. Die Früchte sind reif. Einige sind heruntergefallen und liegen im Gras. Karl und Karla bücken sich, nehmen Äpfel vom Boden und beissen herzhaft hinein. Doch dürfen sie Früchte aufsammeln, die am Boden liegen? Darf man das?

Nein. Die Äpfel gehören dem Eigentümer des Bodens, auf dem die Bäume stehen. Laut Gesetz darf nur der Landeigentümer mit seinen Äpfeln machen, was er will: Sie essen, verkaufen, verwerten oder verschenken. Obst darf also nicht vom Baum gepflückt oder vom Boden aufgelesen werden. Auch dann nicht, wenn das Grundstück nicht umzäunt ist.

Die Äpfel gehören dem Grundbesitzer - basta!

Das gilt grundsätzlich auch dann, wenn die Äpfel auf ein anderes Grundstück rollen, zum Beispiel auf einen Gehweg.

Von dieser Grundregel gibt es zwei Ausnahmen:

1. Ausnahme: Ein Ast mit Früchten ragt über die Grenze auf ein anderes Grundstück. In diesem Fall hat der dortige Grundeigentümer das Recht, die Äpfel zu pflücken oder aufzulesen. Juristen sprechen vom Anriesrecht. Aber aufgepasst: Die Kantone dürfen in diesem Bereich vom Zivilgesetzbuch abweichende Regeln aufstellen. Bevor man also des Nachbarn Früchte pflückt und verwertet, ist es ratsam, sich bei der Gemeindeverwaltung über die geltende Rechtslage zu informieren.

2. Ausnahme: Wenn aufgrund der Situation klar wird, dass der Grundeigentümer seine Früchte nicht behalten will. Zum Beispiel, wenn ein Schild auf der Wiese steht oder ein Korb mit einem entsprechenden Hinweis: «Gratis!», «Beissen Sie zu!», «Zum Mitnehmen».

Im Onlinezeithalter können Grundeigentümer heute auch noch auf andere Weise dokumentieren, dass man ihre Früchte gratis pflücken und mitnehmen darf:

«Mundraub» ist erlaubt

Auf der Deutschen Plattform «Mundraub» können Grundeigentümer solche Angebote posten. Interessierte finden auf der Karte, welche Früchte sie wo pflücken dürfen. Auf der Plattform registrieren sich auch immer mehr Anbieter aus der Schweiz: Aktuell gibt es Wildkirschen in Sion, Esskastanien in Porza und Waldhimbeeren in Zürich.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von A. Studer , Zürich
    ach ojemine, was sind wir schon verknorzt..
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  • Kommentar von Alfred Baumann , Zürich
    Liebe Mitmenschen, wie entscheidet Ihr? a) Du hast zwei Einfränkler, die Milch kostet 1.50. Schenkst Du -.50 dem Bauern oder soll er Dir entgegnkommen? b) Der Naturverein lädt Dich ein bei der Pflege des öffentlichen Waldes mitzumachen, kann man auf Dich zählen? c) Du lässt Früchte lange hängen, damit sie auch reif und süss sind. Würdest Du Dich freuen, wenn sie plötzlich weg wären? Regeln - Gesetze zu achten ist Grundlage der Zivilisation- Verständigung zur besseren Lösung noch besser.
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  • Kommentar von roman urech , huttwil
    wenns leute gibt die mit körben auf apfeljagt gehen sind das gewiss einzelfälle und wer einen wald besitzt und sich über pilzsammler in SEINEM wald beklagt dem ist eh nicht mehr zu helfen. wer gibt gewissen menschen ein recht auf besitz von wald?? die natur ist für alle da. es gibt sicher immer hamsterer aber wer ein wald BESITZT ist selbst ein hamsterer. solange ich niemandem schade darf ich doch alles und ein paar äpfel weniger hat noch miemandem geschadet
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    1. Antwort von Halter Ladina , Winterthur
      Leider ist es so, dass wenn jeder ein paar Äpfel nimmt sind dass schnell einige Kilos. Aus ihrem Beitrag entnehme ich, dass sie nicht wissen, wie aufwändig die Bewirtschaftung von Wäldern oder Apfelbäumen sind und dass sie das Einkommen des Produzenten sind. Die Natur ist für alle da, aber gehören tut sie dem Bewirtschafter (oftmals) wenn sie dass nicht so wollen, dürfen sie sich gerne stundenlang am Entstehungsprozess beteiligen. Pilze im Wald sind dass eine, aber Äpfel, Diebstahl.