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Schweizer Schaumweine im Test
Aus Kassensturz vom 22.12.2020.
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Prickelnd und gut Schweizer Schaumweine im Test

Sieben Schweizer Schaumweine gegen einen echten Champagner. Fünf Produkte schneiden besser ab als das «Original».

Es gibt sie, die Schweizer «Champagner». Da dieser Begriff aber geschützt ist und nur für Schaumweine aus dem Gebiet der Champagne verwendet werden darf, dürfen Schweizer Produkte sich nicht so nennen. Auch wenn sie mit der gleichen Methode hergestellt werden.

Testtabelle

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Testtabelle

Hier geht es zu den detaillierten Testresultaten.

Doch punkto Qualität müssen sich Schweizer Schaumweine nicht hinter dem «Original» verstecken. Im Gegenteil. So das Fazit einer Degustation der Westschweizer Konsumentenorganisatin Fédération romande des consommateurs (FRC) zusammen mit der RTS-Konsumentensendung A Bon Entendeur (ABE). Im Test traten sieben Schweizer Schaumweine gegen den meistverkauften Champagner in der Schweiz an, gegen einen Moët & Chandon Imperial. Alle acht von der Sorte Brut, also mit trockener Geschmacksrichtung. Sie kosten zwischen 13.50 und 41.95 Franken.

Überraschend: Der günstigste Schaumwein schlägt den Champagner deutlich

Eine Jury aus fünf Expertinnen und Experten verkostete die Schaumweine und bewertete diese anhand einer Zehnerskala. Der «echte» französische Champagner erhielt insgesamt 6,6 Punkte. Fünf Schweizer Schaumweine bewertete die Jury besser.

Die besten beiden kommen auf 7,4 Punkte: Einer davon ist der Réserve Brut von Jacques Germanier, der bei Coop.ch knapp 22 Franken kostet. Der andere Testsieger ist die eigentliche Überraschung der Degustation: Der Chassel’ice Brut 2019 – mit einem Preis von 13.50 Franken der günstigste Schaumwein im Test. Er ist nur online direkt beim Hersteller erhältlich.

So wurde getestet

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Eine Fach-Jury verkostete die Schaumweine blind, die ExpertInnen wussten also nicht, welches Produkt ihnen gerade serviert wurde. Alle Flaschen wurden auf fünf bis sechs Grad gekühlt.

Die Jury bewertete die drei Kriterien Geschmack, Aroma und Aussehen der Schaumweine.

Die Jurorinnen und Juroren:

  • Yanna Delière, Präsidentin des Sommelier- und Sommelière-Verbandes
  • Emeline Zufferey, technische Dirketorin des Verbandes Vinea
  • Annabelle Anex, Önologin
  • Ursula Geiger, Önoligin und Wein-Journalistin
  • Vincent Debergé, Sommelier

Drei verschiedene Herstellungs-Methoden

Der günstige Preis erklärt sich auch mit der Herstellungs-Methode. Als einziger Schaumwein im Test wird der Chassel’ice nachträglich mit Kohlensäure versetzt (Karbonisierungs- oder Imprägnierungs-Methode). Dies im Gegensatz zur traditionellen Methode (Champagner-Methode), wo die zweite Gärung in der Flasche mittels Hefezusatz passiert. So entsteht die Kohlensäure, welche den Wein erst zum prickelnden Schaumwein macht.

Die traditionelle ist auch die aufwändigste Methode, weil die Flaschen regelmässig gedreht werden müssen. Drei der Schweizer Schaumweine werden so hergestellt. Alle erreichen sieben und mehr Punkte. Bei den übrigen drei Weinen aus der Schweiz kommt das sogenannte Tankgärverfahren (Methode Charmat oder Cuvé-close) zum Einsatz, wo die Gärung statt in der Flasche in Tanks geschieht.

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Kassensturz, 22.12.2020, 21:05 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Dalibor Michael Anderegg  (damiruan)
    Also wir haben wesentlich mehr an Schaumweinen, die nach traditioneller Methode gemacht wurden zu bieten.
    Es wird immer der Mauler oder der Brivio hervorgeholt als ob's nichts anderes gäbe. Derjenige der die Weine zusammengestellt hat sollte mal die Scheuklappen ablegen. Mir fällt gerade ein Cremant du Blaireau von R. Schenk aus Rudolfingen oder Schaumwein von Glesti in Oberstammheim oder Stephan's Herter's Väterchen Frost aus Hettlingen. Alle nach traditioneller Methode gemacht
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  • Kommentar von Ignaz Furger  (Ignatius)
    Bullshit .. nicht geht über richtigen Champagner .. haben gestern mit ein paar Flaschen Veuve Clicquot gefeiert ... und da könnt Ihr Euren Schaumwein hinleeren, wo ihr wollt ...
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  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Die Schweizer dürfen ihren Schaumwein nicht Champagner nennen. Die Russen schon. Da getraut sich keiner aufzubegehren oder gar ein Gericht anzurufen. Wir haben in Russland sehr feinen Champagner gekauft.
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    1. Antwort von Michael Studer  (Mi_St)
      So ein Blödsinn. In Russland nennen sie den Schaumwein Schampanskoje. Analog dazu gibts in der Schweiz bspw. den Champagnoux aus dem Dorf Champagne (VD). Nur der Begriff "Champagne" ist geschützt. Auch die Russen halten sich daran.
    2. Antwort von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
      шампанское bedeutet Champagne auf russisch. Auf deutsch sagen wir ja auch Champagner mit R am Schluss.