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Neuer Pferdefleisch-Skandal Tierschützer wollen weniger Südamerika-Pferdefleisch in Beizen

Trotz Tierschutz-Bedenken landet immer noch Pferdefleisch aus Südamerika in Schweizer Restaurants.

Legende: Audio Tierschützer wollen weniger Südamerika-Pferdefleisch in Beizen abspielen. Laufzeit 05:07 Minuten.
05:07 min, aus Espresso vom 21.02.2018.

Aldi, Coop, Denner, Lidl, Spar, Volg und nach einiger Bedenkzeit auch die Migros: Alle verzichten sie seit einiger Zeit auf den Verkauf von Pferdefleisch aus Übersee. In Mexiko schob die EU den Riegel. Die Importzahlen aus Kanada sind zusammengebrochen.

Pferdefleisch aus Argentinien und Uruguay geht in andere Verkaufskanäle (Fachhandel, Gastronomie). Verschwindend klein ist das Angebot an Schweizer Pferdefleisch. Der Detailhandel ist deshalb vor allem auf europäische Länder wie Polen, Frankreich, Spanien ausgewichen.

Neue Marktsituation

Der Ausstieg des Detailhandels aus dem Pferdefleischmarkt in Übersee schüttelte die Statistik des importierten Pferdefleisches in den letzten Jahren durch.

Was auffällt: Aus Argentinien und Uruguay wird nach wie vor viel Pferdefleisch in die Schweiz importiert. Die Menge hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt. Der Tierschutzbund Zürich, der die Zustände auf südamerikanischen Pferdefarmen seit Jahren dokumentiert und anprangert, möchte deshalb auch den Druck auf die Gastrobetriebe erhöhen.

Legende:
Import-Vergleich: Rossfleisch-Herkunft 2014/ 17 Bundesamt für Statistik

Der Verband der Pferdefleischimporteure bestätigt gegenüber dem Konsumentemagazin «Espresso» von Radio SRF 1: «Das Südamerika-Pferdefleisch wird vom Grosshandel, Fachgeschäften und Restaurants geordert.»

«Beste Qualität» oder «billigster Preis»?

Dass Wirte nach wie vor auf Pferdefleisch aus der kritisierten Region Südamerika setzen, wird von den Tierschützern und Fleischimporteuren unterschiedlich begründet. Das Fleisch sei von besserer Qualität als das Pferdefleisch aus Europa, heisst es beim Verband der Pferdefleischimporteure. Ausserdem überprüfe man die Pferdefarmen in Argentinien und Uruguay regelmässig.

Für den Tierschutzbund Zürich ist klar, dass ausschliesslich der Preis ausschlaggebend sei: «Nirgends können die Gastronomen billiger Pferdefleisch einkaufen als in Südamerika.»

«Wir verlassen uns auf die Lieferanten»

Weshalb setzt das Gastgewerbe – anders als der Detailhandel – noch immer auf Pferdefleisch aus Südamerika? Der Verband Gastrosuisse verweist auf die Lieferanten und schreibt: «Das Gastgewerbe ist am Ende der Wertschöpfungskette. Der Wirt hat kein Labor in der Küche und muss darauf vertrauen können, dass ihn die Lieferanten vollständig über die Ausgangsqualität ihrer Ware informieren. Ebenso muss sich der Gastro-Unternehmer darauf verlassen können, dass die nötigen vorgelagerten Kontrollen zuverlässig stattgefunden haben.»

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