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Legende: Audio Trotz Parkieren während der Gratiszeit eine Busse kassiert abspielen. Laufzeit 03:24 Minuten.
Aus Espresso vom 02.08.2019.
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Ärgerlicher Zahlendreher Trotz Parkieren während der Gratiszeit eine Busse kassiert

Schuld daran ist ein Fehler bei der Registrierung am Automaten. Die Einsprache per Einschreiben kommt ungelesen zurück.

Im Parkhaus Telli in Aarau können Kunden drei Stunden gratis parkieren. Einzige Bedingung: Man muss das Parkfeld am Automaten registrieren. Marlies Nussbaum parkiert seit Jahren dort. Sie kennt die Regeln und hatte noch nie Probleme. Bis zum 15. Juni. Da passiert ihr ein Missgeschickt: «Ich habe beim Eintippen der Parkfeldnummer zwei Zahlen verwechselt. Statt 234 habe ich 243 eingegeben.»

Nicht weiter tragisch, würde man meinen. Marlies Nussbaum musste dann aber eine Busse unter ihrem Scheibenwischer hervorziehen. 45 Franken wegen «Nicht-Bedienens der Parkuhr». Klar: Weil sie die falsche Parkfeldnummer eingegeben hat, mag es aussehen, als ob sie sich nicht registriert hätte. Hat sie aber, nur eben mit einem Zahlendreher.

Ungelesen an die Absenderin zurück

«Das kann passieren», denkt sich die Rentnerin. Ausserdem hat sie nur zweieinhalb Stunden parkiert, hätte also sowieso nichts bezahlen müssen. Die rüstige 86-Jährige beschliesst, Einsprache zu erheben. «Ich schickte ein Einschreiben an die Parkhausverwaltung, legte mein Ticket bei, um das Versehen aufzuzeigen, und bat, die Busse zu löschen.»

Dann wartet sie und hofft auf das Verständnis der Parkhausverwaltung. Allerdings vergebens. Zwei Wochen später kommt das Einschreiben zurück, mit dem Vermerk «Nicht abgeholt». Frau Nussbaum ist baff: Ihre Einsprache nicht akzeptieren ist das eine, sie aber einfach zu ignorieren, das geht nicht. «Dazu musste ich noch das Porto für die Rücksendung bezahlen. Ich wurde richtig sauer.»

Sie schickt einen zweiten Brief per Normalpost. Und hört wieder nichts. Langsam wird ihr unwohl. Auf dem Bussenzettel steht, bei Nichtbezahlen könne eine Strafanzeige erfolgen. Das will die Rentnerin nicht. Widerwillig überweist sie die 45 Franken.

Briefe nie erhalten

Dann hat sie eine Idee: Warum nicht «Espresso» schreiben? Mal sehen, was die davon halten. Ja, und auch «Espresso» findet die ganze Sache komisch. Das Konsumentenmagazin von Radio SRF 1 startet einen dritten Versuch per Mail. Jetzt meldet sich die Verwaltung Parkingwolf umgehend.

Geschäftsführer René Michelotti erklärt, er höre zum ersten Mal von diesem Fall: «Wir hatten weder Kenntnis vom Einschreiben, noch vom zweiten Brief.»

Also fragt «Espresso» bei der Post nach. Ihre Antwort: «Unsere Abklärungen haben ergeben, dass der eingeschriebene Brief nicht zugestellt werden konnte, weil niemand zuhause war. Der Postbote hinterlegte eine Avisierung im Briefkasten mit der Einladung, den eingeschriebenen Brief innerhalb von sieben Tagen in der Post-Filiale in Hitzkirch abzuholen.»

Von einer Umtriebsentschädigung wird abgesehen

Sei es wie es wolle: Schliesslich prüft René Michelotti die Angelegenheit und kommt zum Schluss: «Es ist offensichtlich, dass Frau Nussbaum ihr Auto registriert hat, halt mit einer falschen Nummer. Und in so eindeutigen Fällen sehen wir von einer Umtriebsentschädigung ab.» Er verspricht, die Rentnerin bekomme von Parkingwolf die 45 Franken zurück.

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