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Direkt vom Bauernhof Wie Hofläden ihre Preise berechnen

Auch wenn Produkte ab Hof zum Teil teurer sind als im Detailhandel: Man kann im Hofladen durchaus sparen.

Salat, Äpfel, Fleisch oder Konfitüre direkt vom Bauern. Das ist bei den Konsumentinnen und Konsumenten beliebt. Und: Wer Grundprodukte wie Gemüse und Obst auf dem Hof kauft, kommt häufig sogar günstiger weg als im Detailhandel. Fleisch vom Bauern ist ebenfalls häufig günstiger, auch wenn dabei noch Kosten für Schlachtung, Abpacken und Etikettierung anfallen. Denn der Zwischenhandel, der mitverdient, fällt weg.

Anders sieht es bei verarbeiteten Produkten aus: Dort könne man nicht erwarten, dass ein Hofladen günstiger sei als der Detailhandel, sagte Stéphanie Delz, Bäuerin aus Möhlin (AG), die selber einen Hofladen führt: «Alles ist von Hand gemacht und von Hand verpackt. Auch das Risiko tragen wir selber.» Das rechtfertige die Preise und werde von den allermeisten Kunden auch akzeptiert.

Manchmal legt der Bauer drauf

Hofladen-Preise für selber gemachte Produkte wie Wähen, Sirup, Konfitüre oder Nudeln zu berechnen, ist komplex. Schnell gehe Aufwand vergessen, der sich in den Produkten versteckt, sagt Hansruedi Schoch von der Agridea. Das ist ein landwirtschaftliches Beratungszentrum, welches Formulare und Computerprogramme anbietet, mit welchen Hofläden ihre Preise kalkulieren können. Von der groben Berechnung bis zur detaillierten Vollkostenrechnung.

Die Einnahmen aus dem Hofladen können täuschen, sagt Hansruedi Schoch. Nur weil man Geld verdiene, habe man nicht auch automatisch Gewinn gemacht. Bei den Preisen würden eben manchmal der Aufwand für die Infrastruktur oder die Amortisationskosten für Maschinen und Geräte vergessen: «Spätestens, wenn man investieren muss und dafür kein Geld auf der Seite hat, merkt man, dass man von der Substanz gelebt und nichts verdient hat.» Für seinen eigenen Hofladen habe er vor einiger Zeit für einige Produkte die Vollkostenrechnung gemacht, erzählt Schoch. Dabei habe er gemerkt, dass er zum Teil sogar drauflege.

So kann es sein, dass handgemachte Nudeln, bei welchen 300 Gramm vier Franken kosten, dem Konsumenten teuer erscheinen. Die Bauersfamilie verdient dennoch wenig oder nichts daran.

Stéphanie Delz meint, man müsse bei den Preisen einen Mittelweg finden: «Es muss etwas herausschauen dabei. Es muss für mich emotional stimmen. Und der Kunde muss sich sagen können, dass Qualität und Preis übereinstimmen.» Das sei nicht immer einfach. Der Zusatzverdienst aus dem Hofladen ist zwar willkommen. Eine goldene Nase verdienen sich die Bauern damit aber nicht.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Wysshaar (Seeländer)
    Für mich muss ein Hofladen auch keine Teigwaren verkaufen. Wichtig sind mir frische Sachen wie Früchte, Gemüse, Milchprodukte und Fleisch. Für das brauchts auch keinen grossen Zusatzaufwand, ausser den Stand oder Laden und so ergeben sich auch faire Preise für beide Seiten und man kennt den Produzenten. Wenn jemand mit der Veredelung höhere Preise erzielen kann, soll er es machen. Sonst halt sein lassen, wie jeder der Etwas herstellt oder verkauft, aber bitte nicht jammern.
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