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Bleibenzin wurde abgeschafft. Was blieb, ist der Name.
Aus Espresso vom 21.09.2020.
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«Espresso Aha!» Wieso heisst Benzin heute noch «bleifrei»?

Blei im Benzin ist seit 20 Jahren verboten. Trotzdem heisst es an der Tankstelle immer noch «bleifrei». Warum?

Das sei tatsächlich ein alter Zopf, bestätigt Daniel Hofer, Präsident von Avenergy Suisse, der ehemaligen Erdöl-Vereinigung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es fast ausschliesslich Benzin mit Bleizusatz, als Schmierstoff für den Motor. Irgendwann realisierte man aber, dass Blei pures Gift ist: Für die Umwelt, aber auch für die Menschen, die damit arbeiten mussten. Aus der damaligen Zeit ist überliefert, dass Arbeiter, die die giftigen Dämpfe einatmeten, Halluzinationen hatten.

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Blei ist giftig

Kein Wunder war bald klar – Blei im Benzin muss weg. Gleichzeitig kamen in den 80er-Jahren immer mehr Autos mit Katalysatoren auf den Markt, die kein verbleites Benzin vertragen. «Am Anfang hatten aber nicht alle einen Katalysator. Darum unterschied man an der Tankstelle zwischen verbleitem Benzin, das war das Normalbenzin, und bleifreiem», erklärt Daniel Hofer.

«Espresso Aha!»

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«Espresso Aha!»

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Es ging trotzdem noch erstaunlich lange, bis die Autobesitzer tatsächlich bleifreies Benzin in ihre Tanks füllten. Obwohl schon damals nur noch alte Auto-Modelle Blei benötigten, hielt sich hartnäckig die Mär, bleifreies Benzin schade dem Motor.

Nach und nach verschwand die Blei-Variante trotzdem an der Zapfsäule. Bis im Januar 2000 in Europa definitiv Schluss war mit Blei im Benzin. Seit 20 Jahren ist es nun verboten. Der Name «bleifrei», er blieb.

Espresso, 21.09.2020, 8.13 Uhr

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Meier  (Thomas-Meier)
    Guten Tag, Meine Frage ist: was ist der Ersatz jetzt wirklich von Blei in Benzin ?
    Nach Paar Jahren nach der Einführung von Blei-Frei Benzin, hat es einen Beitrag über den Bleiersatz gegeben. Eine Wissenschaftlerin den die Auswirkungen vom Ersatz auf Mensch und Umwelt untersuchte, kam zum Ergebnis das dieser Stoff besorgniserregend ist.
    Sie hat am Schluss gesagt: dieser Stoff ist mit Arsen zu vergleichen.
    sarkastisch gesagt: Es ist leichter als Blei, es verflüchtigt sich besser in alle Winde
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    1. Antwort von Redaktion «Espresso» (SRF)
      @Thomas Meier: Danke für Ihren Input. Das ist ebenfalls eine sehr interessante Frage, die leiderden Rahmen des Beitrags gesprengt hätte. Wir leiten sie aber gerne an die Redaktion weiter.