Künste im Gespräch – Aussteiger und Aussenseiter

  • Donnerstag, 4. Oktober 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 4. Oktober 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 4. Oktober 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

In ihrem neuen Film «Leave No Trace» lässt Debra Granik die Ideale eines Aussteigers mit der gesellschaftlichen Norm kollidieren. Frida Kahlo nutzte ihre Aussenseiterinnen-Position als Künstlerin unter hohen persönlichen Kosten. Ausserdem: Kreatives Journal – Hodlers Zeichenhefte.

Debra Granik hat ein Faible für Themen an den Rändern der Gesellschaft: In ihrem letzten Film «Winter's Bone» erzählte die Independent-Filmemacherin von den sozial Unterprivilegierten in den Bergen von Missouri. Ihr neuer Film «Leave No Trace» widmet sich erneut einer Konstellation zwischen Freiheit und gesellschaftlichem Zwang.

Zeit ihres Lebens kämpfte Frida Kahlo, um als Künstlerin ernst genommen zu werden. Ihr Nachlass ist derzeit in London ausgestellt. Was ihre Kleider, Fotos und selbst ihre Prothese mit ihrem Werk zu tun haben, das ist Thema des Buches «Frida Kahlo Stilikone».

Hodler-Ausstellungen prägen dieses Jahr die Schweizer Museumslandschaft. Kein Wunder: Vor hundert Jahren verstarb der grosse Schweizer Künstler. Die kleinste unter den vielen diesjährigen Hodler-Schauen ist eben aufgegangen. Und sie hat es in sich. Im Genfer «Musée d'Art et d'Histoire» sind Hodlers Notiz- und Zeichenhefte zu sehen; sie gewähren Einblick in ein ganzes Künstlerleben.



Beiträge

  • Debra Granik und ihr Filmdrama «Leave No Trace»

    Mit ihrem rauen zeitgenössischen Prekariatsdrama «Winter's Bone» lancierte die Indie-Filmemacherin Debra Granik 2010 die Hollywood-Karriere von Jennifer Lawrence.

    Nun erzählt sie wieder eine Geschichte vom Rand der Gesellschaft. Ein Vater lebt mit seiner Tochter versteckt im Wald, bis die beiden zufällig entdeckt werden und die Vormundschaftsbehörde eingreift.

    Das Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und gesellschaftlicher Norm wurde lange nicht mehr so subtil inszeniert, entlang der us-amerikanischen Mythologie, zwischen Thoreaus «Walden» und zeitgenössischer Aussteigerromantik.

    Michael Sennhauser

  • Was Frida Kahlos Schmuck und Prothesen über ihre Kunst aussagen

    Man kennt ihre bunten Gewänder, schweren Halsketten und die Blumen im Haar: Die Mexikanerin Frida Kahlo war eine Künstlerin der Selbstinszenierung. Auf ihren Bildern malte sie oft sich selber in ethnischen Gewändern Mexikos.

    Zeit ihres Lebens hatte sie zu kämpfen: Um als Künstlerin ernst genommen zu werden. Und mit körperlicher Versehrtheit. Als 2004 Kahlos persönliche Hinterlassenschaft entdeckt wurde, galt dies als Sensation.

    Im Buch «Frida Kahlo Stilikone» (Prestel) versuchen Kuratorinnen und Kunstwissenschaftler, ihre Kleider, Fotos, aber auch ihre Prothesen in ihr Gesamtwerk einzureihen.

    Noëmi Gradwohl

  • Hodlers carnets

    Ein ganzes Künstlerleben lässt sich über die Notizheftchen Hodlers verfolgen. Von ersten Kompositionsskizzen über kunsttheoretische Einfälle bis hin zu Medikamentennamen – in Hodlers carnets findet alles seinen Niederschlag.

    Von 1877 bis zu seinem Tod 1918 trug der berühmte Schweizer Künstler diese Heftchen stets bei sich. In Genf ist dieser Schatz im Miniaturformat nun ausgestellt.

    Ellinor Landmann

Autor/in: Michael Sennhauser, Noëmi Gradwohl, Ellinor Landmann, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Ellinor Landmann