Künste im Gespräch – Opernereignis Stockhausen, Briefeschreiber Walser, Industriepionier Bally

  • Donnerstag, 13. Juni 2019, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 13. Juni 2019, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 13. Juni 2019, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Es ist das Opernereignis des Jahres: In Amsterdam wird Karlheinz Stockhausens Opernzyklus «Licht» aufgeführt. Erstmals publizierte Robert Walser-Briefe ermöglichen neue Einblicke in Leben und Werk des Schweizer Autors. Und: Der Schuhfabrikant Carl Franz Bally war ein Schweizer Industriepionier.

Es ist der umfangreichste Opernzyklus, der je geschrieben wurde: Der Zyklus «Licht - Die sieben Tage der Woche» des Avantgardisten Karlheinz Stockhausen - es sind sieben abendfüllende Opern. Stockhausens Licht-Opern wurden alle bereits einzeln aufgeführt, der Zyklus als Ganzes jedoch bisher noch nicht. Am Holland-Festival in Amsterdam wird nun immerhin rund die Hälfte an drei Tagen aufgeführt.

«Die Lektüre von Robert Walsers Briefen ist die bestmögliche Einführung in sein Werk». Davon ist der Germanist Peter Stocker vom Robert Walser-Zentrum überzeugt. Er betreut die neue Ausgabe von Walsers Gesamtwerk im Suhrkamp-Verlag. Im Gespräch erzählt er, wie die Persönlichkeit und Schreibexistenz des grossen Autors, der sich oft klein machte, in den Briefen fassbarer sind als in den poetischen Texten.

Er war ein Industriepionier der Schweiz wie Nestlé, Sulzer oder Brown: Carl Franz Bally gründete 1851 die Schuhfabrik Bally. Seit bald 170 Jahren gibt es die Firma. Das Museum für Gestaltung Zürich zeichnet jetzt in einer Ausstellung die Firmengeschichte und die industrielle Schuhproduktion im Wandel der Zeiten nach.


Beiträge

  • Das Opernereignis 2019 - «Aus Licht» in Amsterdam

    Es ist der unfangreichste Opernzyklus, der je geschrieben wurde: Der Zyklus «Licht - Die sieben Tage der Woche» von Karlheinz Stockhausen - sieben abendfüllende Opern mit fast 30 Stunden Musik insgesamt.

    Stockhausens Licht-Opern wurden alle bereits einzeln aufgeführt, der Zyklus als Ganzes jedoch bisher noch nicht. Es braucht hunderte von Akteuren, ausgeklügelte Sound- und Video-Anlagen und sogar vier Helikopter. Das innovative Holland-Festival in Amsterdam hat nun in Zusammenarbeit mit der Niederländischen Oper und der Hochschule in Den Haag die bisher grösste Teil-Aufführung gestemmt, rund die Hälfte des Zyklus' an drei Tagen.

    Moritz Weber

  • Robert Walsers, der Briefeschreiber

    Die Aktualität und Bedeutung des Schweizer Schriftstellers Robert Walser ist ungebrochen, ja sie wächst wohl weiter. Parallel zur historisch-kritischen Ausgabe seiner Werke gibt es jetzt eine neue grosse, kommentierte Lese-Ausgabe im Suhrkamp-Verlag.

    Die ersten drei Bände präsentieren nicht die ersten literarischen Versuche Walsers, sondern seine Briefe - die viele davon bis jetzt unveröffentlicht waren.

    Hans Ulrich Probst hat mit Peter Stocker, Projektleiter der Edition beim Robert-Walser Zentrum Bern über den Autor als Briefschreiber gesprochen.

    Hansulrich Probst

  • Ballys Firmengeschichte: Hoch zu Berg und tief im Jammertal

    Schöne Seidenpumps und sonstige Luxuskreationen? Auch – aber nicht nur. Carl Franz Bally stellte bereits kurz nach der Gründung 1851 auch Arbeitsschuhe her. Bald schon exportierte Bally nach Südamerika und setzte auf Werbung und Maschinenproduktion.

    Sherpa Tensing Norgay trug auf dem Mount Everest einen Bally-Bergschuh – das ist einer der Höhepunkte.

    Doch die Firma kennt auch Tiefpunkte. Heute entwerfen Designer in Milano statt Schönenwerd Schuhe im Hochpreissegment. Die Firmengeschichte erzählt lebhaft ein Stück Schweizer Industriegeschichte.

    Noëmi Gradwohl

Autor/in: Moritz Weber, Hansulrich Probst, Noëmi Gradwohl, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Brigitte Häring