Künste im Gespräch – Wolgakinder und ein schwuler Opernführer

  • Donnerstag, 21. November 2019, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 21. November 2019, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 21. November 2019, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Dem Schicksal der Wolgadeutschen hat die russische Autorin Gusel Jachina ihren Roman «Wolgakinder» gewidmet. Der schwule Opernführer «Casta Diva» schaut durch die schwule Brille auf die Operngeschichte.

Ein Lehrer, der mit allen Mitteln versucht, seine Familie möglichst unbeschadet durchzubringen - und das im Schrecken der Jahre nach der Revolution: Diese Geschichte erzählt die russische Schriftstellerin und Filmemacherin Gusel Jachina in ihrem neuen Roman «Wolgakinder». Die Autorin, die tatarischer Abstammung ist, hat ihr erzählerisches Talent bereits im Erstling «Suleika öffnet die Augen» bewiesen. Darin hatte sie die Jahre ihrer tatarischen Grossmutter in der Verbannung beschrieben.

Dass Schwule oftmals eine besondere Faszination der Oper gegenüber haben, ist bekannt. Nun haben die beiden Autoren und Herausgeber Rainer Falk und Sven Limbeck mit «Casta Diva» einen schwulen Opernführer geschrieben, der die Geschichten sozusagen mit der schwulen Brille liest. Und unter der Oberfläche haben sie erstaunlich viel Homoerotisches gefunden.

Beiträge

  • Gusel Jachina und ihr Roman «Wolgakinder»

    In ihrem zweiten Roman befasst sich die russische Schriftstellerin und Filmemacherin tatarischer Abstammung mit dem Schicksal der Wolgadeutschen.

    Anhand eines deutschstämmigen Lehrers, der mit allen Mitteln versucht, seine Frau und seine Tochter durch die nachrevolutionären Schreckensjahre zu bringen, beschreibt sie das von der völligen Vernichtung bedrohte Volk an der Wolga.

    Und mehr noch als bei ihrem vielbeachteten Erstling «Suleika öffnet die Augen», in dem sie die Jahre ihrer tatarischen Grossmutter in der Verbannung beschreibt, schafft sie auch diesmal wieder ein erzählerisches Meisterwerk.

    Michael Luisier

  • In Pink und Samt - der erste schwule Opernführer

    Viele Schwule lieben die Oper. Denn sie lieben das Schöne, und sie lieben das Artifizielle. Und sie finden sich in den Geschichten von unerfüllter Liebe, von Aussenseitern und von Sterben in Schönheit wieder. Weil auf der Opernbühne alles möglich ist.

    «Aber wir wollten nicht einen Opernführer für Schwule schreiben» – sagen die beiden Autoren Rainer Falk und Sven Limbeck. Aber sie wollten mit einer schwulen Brille einmal auf die Operngeschichten schauen. Erstaunlich, wie viel latent homoerotisches drin steckt und wieviele von den Opernfiguren nicht in die heterosexuelle Norm passen.

    Gabriela Kägi

Autor/in: Michael Luisier, Gabriela Kägi, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Dagmar Walser