Literatur im Gespräch

  • Donnerstag, 25. Januar 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 25. Januar 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 25. Januar 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Ein Maler in einer Schaffenskrise gerät an ein dubioses Modell. Ein Mädchen flüchtet aus prekären Familienverhältnissen in die Fantasie und eine Studentin lässt sich durch Geschichten vom Trinken abhalten. Drei Romane – drei Wege mit schwierigen Umständen umzugehen.

Geister, Träume und Erinnerungen - das sind typische Elemente in den Romanen des japanischen Bestsellerautors Haruki Murakami. Auch in seinem neusten Werk «Der Commendatore I». Da gerät ein erfolgreicher Portraitmaler in eine Schaffenskrise, wird von Geistern heimgesucht und trifft auf mysteriöse Figuren. Plötzlich verschieben sich reale und surreale Welten, der Künstler weiss nicht mehr, was er erlebt und was er träumt.

Träume und Surreales sind auch Thema in den beiden anderen Büchern, die in Literatur im Gespräch besprochen werden: «Traumhafte Kindheit» von Catherine Millet über eine Kindheit in prekären Verhältnissen und Ashland & Vine von John Burnside über eine Familiengeschichte in den USA in der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts.

Esther Schneider diskutiert mit Christine Lötscher - Kennerin der Phantastischen Literatur - und Thomas Hunkeler, Experte für französischsprachige Romane.

Beiträge

  • Haruki Murakami «Die Ermordung des Commendatore I»

    Ein erfolgreicher Portraitmaler gerät in eine Lebens- und Schaffenskrise und zieht sich in die Berge zurück. Eines Tages bekommt er einen Auftrag von einem mysteriösen, sehr reichen Mann. Dieser will ein Portrait und bietet eine horrende Summe Geld. Doch das hat für den Maler seinen Preis.

    Der Mann greift in das Leben des Malers ein. Es geschehen plötzlich seltsame und unheimliche Dinge. Träume, Surreales, das Verschwimmen von realer Welt und Zwischenwelt, - Szenen, die typisch sind bei Haruki Murakami – spielen auch im neusten Roman eine wichtige Rolle.

    Esther Schneider

  • Catherine Millet «Traumhafte Kindheit»

    Eltern, die sich prügeln, beengte Wohnverhältnisse, ein tristes Mietshaus in einem Vorort von Paris. Das sind nicht gerade ideale Lebensumstände für ein Kind. Doch so wächst Catherine, die Hauptfigur auf.

    Zudem sieht und hört das Mädchen Dinge, die nicht sehr kindgerecht sind. Doch Catherine findet einen Weg, damit umzugehen. Sie macht daraus Geschichten, schmückt sie aus und erzählt sie auf dem Pausenhof.

    Die französische Autorin Catherine Millet beschreibt präzise, klug und emotionslos von einer schwierigen Kindheit in einer kleinbürgerlichen Familie in den 50er und 60er Jahren.

    Esther Schneider

  • John Burnside «Ashland & Vine»

    Wie geht man mit Erinnerungen um, welche erzählt man, welche lässt man weg oder beschönigt sie? Der Schottische Autor John Burnside, bekannt dafür, dass er schonungslos mit seinen Figuren umgeht, wenn es um Erinnerungen geht, erzählt die Geschichte einer Familie in den USA.

    Eine Geschichte über Liebe, Verlust und Krieg und die zerstörende Wirkung von Alkohol. Mit einer jungen Alkoholikerin beginnt der Roman. Sie soll mit Hilfe von Fortsetzungsgeschichten, die ihr eine alte Frau erzählt, ihre Sucht überwinden. Eine moderne Version von Tausend und einer Nacht.

    Esther Schneider

Autor/in: Esther Schneider, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Raphael Zehnder