Literatur im Gespräch

  • Donnerstag, 31. Mai 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 31. Mai 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 31. Mai 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Magische Welten und Geister der Vergangenheit - Literatur im Gespräch begibt sich auf eine Reise in surreale Gefilde und in längst vergangene Zeiten: Mit «Slade House» von David Mitchell, «Lincoln im Bardo» von Georges Saunders und «Das Haus auf dem Hügel» von Cesare Pavese.

Wenn Tote reden könnten. Wir würden uns wundern. Im Roman «Lincoln im Bardo» vom US-amerikanischen Short-Story Autor George Saunders reden die Toten. In einem Chor von Geister-Stimmen hören wir, was die Toten im Zwischenreich umtreibt. Was sie ärgert, was sie berührt.

Aufgeweckt werden die Geister durch den 11jährigen Sohn von US-Präsident Abraham Lincoln, der an Typhus stirbt und zu ihnen ins Zwischenreich stösst. Dorthin, wo diejenigen sitzen, die nicht glauben, dass sie tot sind. «Lincoln im Bardo» ist ein unkonventioneller Roman über Liebe und Verlust – und den Umgang mit den Toten.

Die weiteren Titel der Sendung: «Slade House» von Bestseller Autor David Mitchell - auch da geht es um Übernatürliches - sowie «Das Haus in den Hügeln», ein Klassiker der italienischen Literatur von Cesare Pavese. 

Gäste in der Sendung von Esther Schneider sind die Literaturkritiker Julian Schütt und Sieglinde Geisel.

Beiträge

  • «Slade House» von David Mitchell

    Eine schmale, verwinkelte Gasse mitten in London hat es auf sich. Alle neun Jahre verschwinden dort auf mysteriöse Weise Menschen. Alle Nachforschungen führen ins Leere. Bis sich eine Gruppe Studenten aufmacht, das Phänomen zu erforschen. Aber auch sie tappen in die Falle.

    Denn in dieser Gasse verstecken sich Seelenfresser. David Mitchells neuster Roman ist eine Schauergeschichte mit Fantasy-elementen. Nichts für zarte Gemüter.

    Esther Schneider

  • «Lincoln im Bardo» von George Saunders

    Sie glauben nicht, dass sie schon tot sind. Als Geister sitzen sie im Bardo - einem Zwischenreich - fest. Von den Lebenden werden sie nicht mehr wahrgenommen. Weiterziehen ins Totenreich können sie auch nicht.

    Da stösst eines Tages der gerade verstorbene 11jährige Sohn von Präsident Abraham Lincoln im Bardo auf. Er wird aus Liebe dort festgehalten. Sein Vater kommt nachts auf den Friedhof und herzt den Leichnam des Sohnes. Das weckt die Geister auf. Ein Roman über Liebe und Trauer.

    Esther Schneider

  • «Das Haus auf dem Hügel» von Cesare Pavese

    Der Roman spielt 1943 in der Gegend von Turin. Die Faschisten verlieren an Boden. Luftangriffe der Alliierten bedrohen Stadt. Die Bevölkerung hofft auf Befreiung, Doch dann kommen die Deutschen. Es herrscht Chaos. Die Menschen sind verunsichert, flüchten in die Hügel der Umgebung.

    Auch der Erzähler, ein Lehrer mittleren Alters, verkriecht sich in seine Villa auf den Hügeln. Da trifft er auf eine frühere Geliebte und Partisanen, die gegen die Deutschen kämpfen. Durch seine Augen erleben wir, was in diesem turbulenten Kriegssommer passiert. Ein Klassiker der italienischen Nachkriegsliteratur.

    Esther Schneider

Autor/in: Esther Schneider, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Julia Voegelin