Stipendien und Chancengleichheit im Schweizer Bildungswesen

  • Mittwoch, 27. Mai 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 27. Mai 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 27. Mai 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

«Wir haben ein Chancengleichheitsproblem», sagt Stefan C. Wolter, Projektleiter des «Bildungsberichts Schweiz 2014». Gemeint ist nicht die Geschlechterfrage, sondern der ungleiche Zugang zu höherer Bildung für die unteren, bildungsferneren Schichten.

Stipendien sind ein Element zur Verbesserung der Chancengleichheit. Am 14. Juni stimmen die Schweizer Stimmberechtigten über die «Stipendieninitiative» ab, die die Vergabe von Ausbildungshilfen vereinheitlichen und deutlich aufstocken will.

Was spricht dafür? Was dagegen? Ausserdem macht «Kontext» den Praxis-Check und fragt bei Studentinnen und Studenten nach, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen und ob sie Stipendien beanspruchen.

Und die Bildungsexpertin Inés Mateos und der Bildungsökonom Stefan C. Wolter diskutieren darüber, weshalb auch in der Schweiz die Regel gilt: Akademikerkinder werden Akademiker, Nichtakademikerkinder eher nicht.

Beiträge

  • Was will die Stipendieninitiative?

    Mit der Stipendieninitiative will der Verband der Schweizerischen Studierendenschaften (VSS) die Stipendienvergabe an Studentinnen und Studenten der Hochschulen harmonisieren und erhöhen. Die heutigen kantonalen Regelungen sorgten für Ungerechtigkeiten, wird argumentiert.

    Bundesrat und Parlament sind dagegen: aus finanziellen und föderalistischen Gründen.

    Hanna Wick

  • Stipendien: Die heutigen Regelungen

    2013 gaben die Kantone 334 Millionen Franken für Ausbildungsbeiträge aus, 25 Millionen steuerte der Bund dazu bei. Seit dem 1. März 2013 ist das Interkantonale Stipendienkonkordat in Kraft. 16 Kantone mit 80% der Bevölkerung gehören ihm an.

    Gleichwohl macht Charles Stirnimann, Leiter des Amts für Ausbildungsbeiträge des Kantons Basel-Stadt und Präsident der Interkantonalen Stipendienkonferenz, Handlungsbedarf aus. Und er stellt fest, dass Stipendien allein die soziale Selektivität des Bildungssystems höchstens abmildern kann.

    Raphael Zehnder

  • Vom Studentenleben

    Dreiviertel der Studierenden an Schweizer Hochschulen arbeiten nebenher. Nur 8,9 Prozent der Lernenden erhielten im Jahr 2013 überhaupt Stipendien.

    Wie bringen Studentinnen und Studenten Geldverdienen und Studium unter einen Hut? Leben sie in Saus und Braus? Können die Eltern ihren erwachsenen Kindern in Ausbildung finanziell helfen? Wir befragten an der Universität Zürich einen Japanologie-Studenten und Studentinnen der Politikwissenschaft und der Medizin.

    Dania Sulzer

  • Warum studieren Unterschichtskinder nicht?

    Kinder von Akademikern haben eine 1,5-mal grössere Chance, eine Hochschule zu besuchen, als Nichtakademikerkinder. Der Einfluss des elterlichen Bildungshintergrunds beeinflusst auch die Wahrscheinlichkeit, ins Gymnasium überzutreten.

    Wo steht das Schweizer Bildungssystem hinsichtlich der Chancengleichheit der Gesellschaftsschichten? Unter der Leitung von Raphael Zehnder diskutieren Inés Mateos, Expertin für Bildung und Diversität, und der Bildungsökonom Stefan C. Wolter, Direktor der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung.

    Raphael Zehnder

Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Raphael Zehnder