Überall dunkle Mächte – von Verschwörungstheorien

  • Montag, 8. Juni 2020, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 8. Juni 2020, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 8. Juni 2020, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Verschwörungstheorien erklären, was sich vielleicht noch gar nicht erklären lässt. Sie ordnen das Chaos und fügen sich zu erstaunlich zusammenhängenden Weltbildern. «Kontext» porträtiert Verschwörungsaktivisten und eine Aussteigerin und fragt nach Dynamik der alternativ konstruierten Theorien.

Wer sich vor dem Durcheinander fürchtet, wünscht sich eine ordnende Kraft. Und wenn sich Dinge nicht erklären lassen, trösten sich manche mit der Vorstellung, dass nicht der Zufall regiert, sondern dass jemand einen Plan hat. Ob der 11. September, AIDS oder Corona, irgendwas muss doch dahinter stecken? Verschwörungstheorien gehören auch zum politischen Instrumentarium, sie helfen dabei, Gegner greifbar zu machen und zu diskreditieren.

Wer sind die Menschen, die sich um «Gegeninformation» oder alternative Aufklärung bemühen? Was treibt sie an und um? Drei Treffen mit aktiven Protagonisten geben einen Eindruck.

Verschwörungstheorien unterstellen nicht nur eine Absicht, meist treibt sie auch eine Absicht an. Dazu benötigen sie eine Dramaturgie, aktive Protagonisten und ein Publikum. Wie die Elemente zusammenspielen, darüber unterhält sich Michael Sennhauser mit Medienwissenschafterin Ute Holl.


Wiederholung vom 20.3.2017

Beiträge

  • Klaus Schreiner und «Klar-Sehen-TV»

    Der Innsbrucker Klaus Schreiner hält sich NICHT für einen Verschwörungstheoretiker. Er sieht sich als kritischen Beobachter der Zeitläufe, als einen, der sich von den sogenannten «Mainstream-Medien» nicht einlullen lässt.

    Aus diesem Grund hat Schreiner seinen eigenen Fernseh-Kanal gegründet: im Internet natürlich. Günter Kaindlstorfer hat ihn im improvisierten TV-Studio in Innsbruck besucht.

    Günter Kaindlstorfer

  • Andreas Popp und Eva Herman

    Andreas Popp bezeichnet sich als Makro-Ökonom, seine Gegner halten ihn für einen Verschwörungstheoretiker. Tatsache ist: Andreas Popp ist einer der Superstars der Szene, ein charismatischer Redner, der sich vor allem als Kritiker des Weltfinanzsystems versteht.

    Der 56-Jährige betreibt die sogenannte «Wissensmanufaktur». In Büchern, Vorträgen und Onlineauftritten bringt er seine Thesen an den Mann und an die Frau.

    Günter Kaindlstorfer hat Andreas Popp zusammen mit dessen Lebensgefährtin, der ehemaligen ARD-«Tagesschau»-Sprecherin Eva Herman, in Hamburg getroffen.

    Günter Kaindlstorfer

  • Die Aussteigerin

    Verschwörungstheorien können süchtig machen. Immer wieder schaffen aber auch Verschwörungstheorien-Junkies den Ausstieg aus der Szene. Stephanie Wittschier ist jemand, dem das gelungen ist.

    Jahrelang hat sich die junge Frau in einschlägigen Internetforen umgetan, sie hat die verrücktesten Theorien geglaubt, hat unter bizarren Ängsten gelitten und in den schlimmsten Phasen ihrer Sucht auch mit dem Gedanken an Selbstmord gespielt.

    Eine Phase ihres Lebens, an die Stephanie Wittschier heute mit Grausen zurückdenkt. Günter Kaindlstorfer hat Stephanie Wittschier via «Skype» getroffen.

    Günter Kaindlstorfer

  • Was leisten Verschwörungstheorien?

    Wer sich vor dem Chaos fürchtet, wünscht sich eine ordnende Kraft. Und wenn sich Dinge nicht erklären lassen, ist die Vorstellung tröstlich, dass jemand einen Plan hat.

    Michael Sennhauser im Gespräch mit Medienwissenschaftlerin Ute Holl über Dramaturgie, Dynamik und Widerstandskraft von Verschwörungstheorien.

    Michael Sennhauser

Autor/in: Günter Kaindlstorfer, Michael Sennhauser, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Raphael Zehnder. Produktion: Anna Jungen