Vermisst: Flüchtling

  • Dienstag, 24. März 2020, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 24. März 2020, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 24. März 2020, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Nach Europa zu gelangen, ist für viele Flüchtlinge Hoffnung und Ziel. Für ihre Angehörigen wird dies zum Albtraum, wenn sich ihre Spur verliert. Mit vermissten Personen befasst sich das Schweizerische Rote Kreuz, aber auch eine Mailänder Rechtsmedizinerin, die tote Bootsflüchtlinge identifiziert.

Südeuropa ist nach wie vor Schauplatz von dramatischem Flüchtlingselend. Hier kommen Flüchtlinge aus Syrien und Afrika an, wenn sie es denn überhaupt bis nach Europa geschafft haben. Viele bleiben unterwegs stecken, sitzen an einer Grenze fest oder kommen bei riskanten Überfahrten ums Leben. Für ihre Angehörigen in den Herkunftsländern wie in Europa bedeutet dies chronischer Stress. Sie wissen nicht, wo ihre Söhne und Töchter sind, ob sie überhaupt noch leben.

In «Kontext» schildert ein Flüchtling, der es nach Europa geschafft hat, die Situation der bangenden Angehörigen. Auch das Schweizerische Rote Kreuz ist mit seinem Suchdienst involviert und versucht, vermisste Flüchtlinge zu finden.

Und da ist weiter die Mailänder Rechtsmedizinerin Cristina Cattaneo, die die sterblichen Überreste von Flüchtlingen analysiert, die bei der Überfahrt nach Europa ertrunken sind. Die Identifizierung der Opfer sei, so ist die Forensikerin überzeugt, ein humanitärer Akt, denn für die Angehörigen sei es wichtig, Klarheit zu haben und Abschied nehmen zu können.

Beiträge

  • Gesucht: Töchter, Söhne, Eltern

    Eine Flucht reisst nicht selten Familien auseinander. Manche verlieren jeden Kontakt, suchen verzweifelt nach ihren Angehörigen. Die Ruanderin Joséphine Niyikiza hat diese schmerzliche Erfahrung gemacht. Jahrelang suchte sie nach ihren beiden Kindern und ihrem Mann.

    Andere können den Kontakt halten, sind aber über Jahre von ihre Liebsten getrennt. So geht es zur Zeit Reza, einem jungen Mann aus Afghanistan, dessen Familie auf der Griechischen Insel Chios feststeckt.

    Wie geht man damit um? Und wann kann der Suchdienst des Schweizerischen Roten Kreuzes helfen?

    Anna Jungen

  • Namen statt Nummern für die Opfer des Mittelmeers

    Als 2013 vor der Küste Lampedusa ein Boot mit Flüchtlingen aus Eritrea und bald darauf eines mit syrischen Familien sank, war für Mailänder Gerichtsmedizinerin Cristina Cattaneo klar, dass die Opfer aus ethischen Gründen identifiziert werden müssen.

    Doch die Unterstützung aus der Forensik blieb – im Gegensatz zu anderen Ereignissen wie Flugzeugabstürze – aus. Dennoch machte sie sich mit ihrem Team daran, die Toten zu identifizieren, um ihren Familien Gewissheit zu geben. Darüber, was sie bei dieser schwierigen Arbeit motiviert und berührt, hat sie ein Buch geschrieben, das jetzt erscheint.

    Sabine Bitter

Autor/in: Anna Jungen, Sabine Bitter, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Sabine Bitter. Produktion: Anna Jungen