«Wer jammert, wehrt sich nicht»

  • Donnerstag, 1. Mai 2014, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 1. Mai 2014, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 1. Mai 2014, 18:30 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Ob zu Hause oder im Beruf: Die Kultur des Klagens zementiert die bestehenden Verhältnisse.

Ein Mann weint übertrieben.
Bildlegende: Wer jammert, verliert oft Sympathien. Colourbox

Gejammert wird eigentlich immer. Dabei spielt die Hoffnung auf erhöhte Aufmerksamkeit eine Rolle. Ausserdem verstärkt das Jammern in der Gruppe das Gemeinschaftsgefühl.

Jedoch, wer zu viel jammert ohne entsprechende Konsequenzen zu ziehen, verscherzt sich die Sympathien der Umgebung. Mit Blick auf die Arbeitswelt: Belastende Arbeitsbedingungen machen Menschen nicht nur krank, sondern erhöhen auch ihre Bereitschaft zu klagen.

Das Jämmerliche daran: Jammern wirkt kraftlos und in der Sache undeutlich. Jammern zeigt ausserdem keine Wirkung. Kritik und Widerstand sehen anders aus. Aber, so zeigen Studien, Unternehmen müssen gleichwohl hellhörig werden, wenn das Gejammer unterschwellig die Stimmung der Belegschaft grundiert.

Rolf Haubl, Professor für psychoanalytische Sozialpsychologie, zeigt unter anderem in «Kontext», warum das Jammern heutzutage mehr zum Zuge kommt als der artikulierte Widerstand.

Autor/in: Angelika Schett