Ebola, die Hochrisiko-Fracht

Die Ebola-Epidemie in West-Afrika breitet sich weiter aus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat deshalb den «Internationalen Gesundheitsnotfall» ausgerufen. Ausserhalb des Krisengebiets ist man inzwischen auf Verdachtsfälle vorbereitet – auch in der Schweiz.

Die bislang grassierende Ebola-Epidemie ist weiterhin nicht im Griff. Von Guinea ausgehend hat sie sich auch in Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. 2600 Menschen haben sich bislang infiziert, Dunkelziffer unbekannt. Für 1400 von ihnen kam jede Hilfe zu spät.

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Ebola

Das Ebola-Virus als Computergrafik.

imago

Das Ebola-Virus löst grippeähnliche Symptome aus, vielfach begleitet von einem hämorrhagischen Fieber, das Blutungen auslöst und in 50 bis 90 Prozent der Fälle tödlich endet. Übertragen wird es durch Tiere, im Verdacht stehen Fledermäuse und Flughunde. Die Infektion von Mensch zu Mensch erfolgt dann über Ausscheidungen und Körpersekrete.

Zeigt jemand in der Schweiz plötzlich Ebola-Symptome, nachdem er im Ebola-Krisengebiet war, dann muss sein Blut ins Labor. Das ist aber weder in Spitälern noch einfach in Hausarztpraxen möglich – das wäre viel zu gefährlich.

So sind in der Schweiz nur zwei Labors berechtigt, solche Untersuchungen durchzuführen – beide haben dafür eine Bewilligung des Bundesamtes für Gesundheit. Eines dieser Hochsicherheitslabors ist am Unispital Genf, das andere in Spiez.

Sie dürfen Proben untersuchen, die in die Stufe 4 fallen, die höchste Risikostufe. Sie gilt immer dann, wenn es sich um einen Erreger handeln könnte, gegen den es weder Medikamente noch Impfungen gibt, erklärt Marc Strasser, Leiter der Virologie am Labor Spiez. Deswegen gelten strenge Anforderungen an die Labors. «Das Labor ist im Unterdruck, damit nichts nach aussen dringt. Die Mitarbeitenden haben einen Überdruck-Schutzanzug an, der verhindert, dass sie sich infizieren können.»

Sechs Stunden bis zur Diagnose

Nach vier bis sechs Stunden ist die Blutanalyse fertig. «Bei der Sicherheitsstufe 4 müssen aus Sicherheitsgründen mindestens zwei Mitarbeiter im Labor sein, plus eine dritte Person ausserhalb des Labors im sogenannten Kontrollraum, die sehen kann, was im Labor passiert», erklärt Marc Strasser.

Die höchste Sicherheitsstufe gilt nicht nur für die Blutuntersuchung selbst, sondern auch für den Transport der Blutproben. Wie genau der abzulaufen hat, ist durch die UNO festgelegt. Je nach geographischer Nähe wird die Blutprobe in der Schweiz entweder nach Spiez oder Genf geschickt – und zwar mittels ganz bestimmter Transportunternehmen, die auf gefährliche Fracht spezialisiert sind.

Ausgeklügelte Verpackung

Für zehn Milliliter Blut, also etwa einen Suppenlöffel, ist so ein Transport ganz schön aufwändig. «Im Inneren des Pakets ist die effektive Probe, das Probenröhrchen. Darum sind Schutzhüllen aus Kunststoff und Füllmaterial, das den Probeninhalt aufsaugen kann, sollte einmal eine Probe zerbrechen. Ganz aussen ist ein Karton, der aus neun Metern Höhe stürzen könnte, ohne kaputt zu gehen», beschreibt Marc Strasser die Sicherheitsvorkehrungen. Bleibt zu hoffen, dass sie im Fall von Ebola nicht notwendig sein werden.