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Gesundheitswesen Der richtige Umgang mit Schmerzmitteln

Ein Mittel gegen Kopfschmerzen nach dem weinseligen Abend, eines bei Bauchweh – und dann wieder ein anderes, weil das Knie Probleme macht: In der Schweiz gibt es über 180 verschiedene Schmerzmittel. Ein allzu leichtfertiger Umgang mit diesen vermeintlich harmlosen Medikamenten kann gefährlich sein.

Ein leerer Tablettenblister mit einer letzten herausgedrückten Tablette.
Legende: Vorsicht: Zu oft und zu lange sollte man auch frei verkäufliche Schmerzmittel nicht einnehmen. Colourbox

Medikamente mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Link öffnet in einem neuen Fenster (ASS), Diclofenac , Link öffnet in einem neuen Fensteroder Ibuprofen, Link öffnet in einem neuen Fenster hat fast jeder schon einmal eingenommen – und zwar auf eigene Faust, ohne Anordnung eines Arztes, denn sie sind in jeder Apotheke rezeptfrei zu bekommen. Die Inhaltsstoffe verhindern die Bildung von Schmerzbotenstoffen, senken Fieber und wirken Entzündungen entgegen.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2010 hat ein Viertel der Schweizer in den letzten sieben Tagen mindestens ein Schmerzmittel geschluckt. Das klingt nach viel, liegt aber noch im internationalen Durchschnitt. Zum Vergleich: In Schweden wurden im gleichen Zeitraum drei Mal so viele Schmerzmittel eingenommen.

Wenig Aufmerksamkeit wird den Nebenwirkungen der vermeintlich harmlosen Medikamente geschenkt. Doch die können es durchaus in sich haben. «Es ist einerseits der Magen-Darm-Trakt, der von Nebenwirkungen betroffen sein kann – von Magenschmerzen bis zum Magengeschwür», erklärt SRF1- und «Puls»-Arzt Thomas Kissling. «Es kann aber auch das Herz betroffen sein, das Risiko für einen Herzinfarkt kann ansteigen und der Blutdruck zunehmen. Das gilt generell für alle diese Schmerzmedikamente.» Bei einzelnen Medikamenten kommen dann noch ganz spezielle Nebenwirkungen hinzu.

Rezeptfrei heisst nicht frei von Nebenwirkungen

Dass «frei verkäuflich und beliebt» nicht gleichzusetzen ist mit «harmlos», zeigt der Wirkstoff Paracetamol, Link öffnet in einem neuen Fenster: Das am häufigsten eingenommene Schmerzmittel kann in höheren Dosen die Leber schädigen. «Man sollte das Medikament deswegen nicht bis an die maximal erlaubte Tagesdosis einnehmen», empfiehlt Thomas Kissling. In Amerika sind höher dosierte Paracetamol-Tabletten aus diesem Grund gar nicht mehr zugelassen.

Wenn es ohne Schmerzmittel nicht mehr geht, sollte man darauf achten, was den Problemen zugrunde liegt. Tun beispielsweise entzündete Gelenke weh, machen Schmerzmittel Sinn, die zugleich entzündungshemmend sind. Bei Kopfschmerzen reicht ein einfaches Schmerzmittel aus. Thomas Kissling rät ausserdem ab von Kombinationspräparaten aus verschiedenen Wirkstoffen und empfiehlt, die Tablette in einer niedrigen Dosierung einzunehmen.

Vorsicht ist insbesondere bei Kindern und älteren Menschen geboten. Hier sollte man erst einmal abklären, woher die Schmerzen kommen. Insbesondere bei Älteren ist wichtig, welche weiteren Medikamente sie auch noch schlucken, denn sonst kann es zu Wechselwirkungen kommen.

Am besten mit Therapiekonzept

Länger als drei Tage hintereinander sollte man ein Schmerzmittel ohne klare Ursache und ärztliches Therapiekonzept nicht auf eigene Faust einnehmen – und auch nicht mehr als zehn Mal pro Monat.

Einerseits wegen der beschriebenen Nebenwirkungen, andererseits aber auch, weil man sonst riskiert, dass sie ihre Wirkung verlieren oder dass sich die Schmerzen sogar verstärken. Der Körper kann sich an die Schmerzmittel gewöhnen und bei «Entzug» mit Kopfschmerzen reagieren.

Schmerzmittel-Einnahme

  • Tageshöchstmenge im Beipackzettel unbedingt beachten! Die Maximaldosis nie überschreiten – und wenn möglich auch nicht voll ausschöpfen.
  • Ohne ärztlichen Rat kein Schmerzmittel länger als drei Tage in Folge und nicht öfter als an zehn Tagen im Monat einnehmen.
  • Schmerzmittel nicht vorbeugend nehmen, sondern erst, wenn sich die Schmerzen einstellen.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Michelle Frick, Triesen
    Ich nehm genau 1 schmerzmittel und das hilft gegen alles. Und dies kann man nicht zuviel nehmen, denn es lösst kopfschmerzen aus, wenn man es dauernd nimmt und dann sollte man aufhören für eine weile. Das problem an dieser tablette ist, die konzentration lässt unheimlich nach, man sollte schon extreme schmerzen haben um sie zunehmen.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Wegen der moeglichen elastischen Dosisanpassung entsprechend dem Schmerzprofil ist fuer mich Ibuprofen immer noch DER Leader, ansonst gilt : soviel wie noetig, so wenig wie Moeglich.... Das funktioniert sowohl bei Ibuprofen wie Paracetamol, (Max Dosis beachten! be Ibu nicht ueber 2400 mg.. pro 24h! Paracetamol nicht mehr als 3000mg pro 24h )
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Paracetamol und Alcohol... zusammen eine toedliche Kombination fuer die Leber.. alleine ist Paracetamol aber OK.. Ibuprofen,wirkt max 8 Stunden.. ist aber extrem gut Vertraeglich und Schmerzhemmung, hat keine relevanten Interaktionen, wirkt bei Dosiserhoehung staerker ohne Zunahme von Nebenwirkungen. Diclofenac hat etwas mehr Magennebenwirkungen, wirkt etwas laenger als Ibuprofen, hemmt Entzuendungen etwas besser, Dosiserhoehungen bringen aber keine Vorteile
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    1. Antwort von Hans Dampf, Bern
      Das ist ziemlich gefährlicher und unfundierter Mist, den Sie da schreiben. Ibuprofen hat eine ganze Anzahl möglicher Interaktionen, insbesondere mit Diabetes-Medikamenten, Blutverdünnern, Diuretika, Alkohol, Ginkgopräparaten etc. So wie Diclofenac auch, die beiden sind im Risiko- und Wirkprofil vergleichbar, weil aus der gleichen Stoffklasse. Ich habe schon komplette Nierenversagen bei jungen gesunden Menschen gesehen nach nur einem Ibuprofen. So wie auch lebensgefährliche Magenblutungen.
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