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Zusatzeltern – Paten für Kinder psychisch kranker Eltern
Aus Puls vom 21.09.2015.
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Gesundheitswesen Hilfe für Kinder psychisch kranker Eltern

Mindestens 50'000 Kinder in der Schweiz leben mit einem Elternteil, der an einer schweren psychischen Erkrankung wie Angststörungen und Depressionen leidet. Das gefährdet die gesunde Entwicklung der Kinder. Trotzdem existieren für die Kleinen kaum präventive Hilfsangebote.

Kinder psychisch kranker Eltern haben ein mehrfach erhöhtes Risiko, später selber psychisch krank zu werden. Sie geben sich selbst oft die Schuld an der Krankheit vom Vater oder Mutter. Da ihnen niemand die Zusammenhänge erklärt, sind sie verunsichert und desorientiert. Und sie geraten in einen Loyalitätskonflikt, sind enttäuscht, manchmal auch wütend. Das alles führt zu einem verminderten Selbstwertgefühl.

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Interview mit HELP-Projektleiterin Franza Flechl
Aus Puls vom 21.09.2015.
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Psychisch kranke Eltern auf der anderen Seite sind im Umgang mit ihren Kindern schneller überfordert, vor allem, wenn sie alleinerziehend sind und kein gesunder Erwachsener mit in der Familie lebt, der Situationen auffangen kann. Nicht selten kommen Armut und soziale Ausgrenzung hinzu.

Hilfsangebote gäbe es, doch den Eltern fehlt die Energie, Unterstützung zu suchen; zudem haben viele Angst, ihnen würden die Kinder weggenommen und im Heim oder bei Pflegeeltern untergebracht werden.

Basler Pilotprojekt vermittelt Patenschaften

In Basel ist «HELP! For Families», ein Projekt, das Familien seit 20 Jahren bei der Erziehung und Betreuung ihrer Kinder unterstützt, jetzt aktiv geworden, und hat zusammen mit der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz, FHNW, das Projekt «HELP! Projekt Patenschaften» ins Leben gerufen.

Das Projekt vermittelt Patenschaften an Kinder mit dem Ziel, ihnen eine regelmässige, zuverlässige, achtsame Bezugsperson zur Seite zu stellen. Einen halben Tag pro Woche und ein Wochenende pro Monat verbringt das Kind bei dem Paten. Dabei soll das Kind in die Patenfamilie eingebunden werden. Das verhilft den Eltern zu ein wenig Luft und Verschnaufpause, und auch den Kindern eine kleine Auszeit in einem unbeschwerten Rahmen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Lilo Wicki (SRF)
    TEIL3: Die Crux an psychischen Erkrankungen wie chronische Depression: sie sind dem Betroffenen nicht anzusehen. Mitmenschen können deshalb oft nur schwer nachvollziehen, was der Betroffene erleidet. Und er selber traut sich häufig nicht, das Thema von sich aus anzusprechen, aus Scham, Schuld- und mangelndem Selbstwertgefühl. Was helfen kann: Offenheit. Nachfragen und offen darüber zu reden. Und das frei von Vorurteilen und Häme, dafür getragen von ernsthaftem Interesse und Mitgefühl.
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  • Kommentar von Lilo Wicki (SRF)
    TEIL2: In der Puls-Geschichte stehen die beiden Kinder im Fokus sowie die leidige Tatsache, dass es kaum Angebote gibt, um diesen Kindern im Umgang mit ihren Ängsten um den erkrankten Elternteil zu unterstützen. Es hätte auch eine Geschichte sein können, die das Leben der Mutter mit ihrer Erkrankung in den Mittelpunkt stellt und aufzeigt, welche Hürden sie nehmen muss um den Alltag zu bewältigen, und was sie alles dafür tut, um ihren Kindern trotz allem eine gute Mutter zu sein.
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  • Kommentar von Lilo Wicki (SRF)
    TEIL1: Bei den Dreharbeiten habe ich die Mutter der beiden Mädchen als kluge, differenzierte Frau kennengelernt, die ihre Kinder genau so liebevoll betreut, wie das jede liebende Mutter tut. Nur eben unter erschwerten Bedingungen, unter denen sie leidet.
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