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Eine In-vitro-Fertilisation in der Vergrösserung.
Legende: Gezeugt unterm Mikroskop. Das ist auch in der Schweiz möglich, aber nur, wenn es sich um die eigene Eizelle handelt. Colourbox
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Gesundheitswesen Reproduktionsmedizin – Die Schweiz am Scheideweg

Mit Blick aufs Ausland steckt die Schweiz noch in den «Kinderschuhen», wenn es um die Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung geht. Die Revision des restriktiven Fortpflanzungsmedizingesetzes wird für mehr Spielraum sorgen – das letzte Wort hat das Volk.

Die Schweiz steht an einem Wendepunkt. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Gesetze noch sehr restriktiv, wenn es um künstliche Befruchtung geht. Das Bundesgesetz über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung (Fortpflanzungsmedizingesetz / FMedG) legt fest, unter welchen Voraussetzungen die Verfahren der medizinisch unterstützten Fortpflanzung beim Menschen angewendet werden dürfen.

Verboten sind unter anderem Eispende und Embryonenspende sowie die Leihmutterschaft. Ebenfalls nicht erlaubt ist die Präimplantationsdiagnostik.

Revision des Fortpflanzungsmedizingesetzes

Die FMedG-Revision geht allmählich in die Schlussrunde. Stände- wie auch Nationalrat haben entschieden, dass die Präimplantationsdiagnostik (PID) erlaubt werden soll. Hierbei kann bei einer künstlichen Befruchtung eine Untersuchung des Erbguts durchgeführt werden, bevor der Embryo eingesetzt wird.

Dabei handelt es sich um die gleichen pränataldiagnostischen Untersuchungen, wie man sie in der Schweiz bisher in der Schwangerschaftswoche 11 (Chorionbiopsie) oder 16 (Fruchtwasseruntersuchung) praktiziert.

Somit lassen sich mit der PID schwerste familiäre Erbkrankheiten noch früher erkennen, Transfers vermeiden, die zum Scheitern verurteilt sind und so die Belastungen für die Frau verringern. Die betroffenen Embryonen werden in der Regel vernichtet. Im Problemfall werden Schwangerschaftsabbrüche dank PID unnötig.

Weiter wurde diskutiert, ob die Spermien eines Samenspenders auch nach dessen Tod weiterhin verwendet werden dürfen. Dies soll für einen begrenzten Zeitraum nach dem Tod des Spenders möglich sein, wenn es nach dem National- und Ständerat geht. Der zweite wichtige Punkt betraf die Entwicklung von Embryonen ausserhalb des Körpers der Frau. Das Parlament will die Anzahl zu entwickelnder Embryonen auf zwölf beschränken.

Das letzte Wort wird das Volk haben. Weil die FMedG-Änderung eine Verfassungsänderung nötig macht, kommt es zwingend zur Abstimmung – voraussichtlich noch 2015.

Eizellenspende in der Heimat

Da auch die Eizellenspende verboten ist, reisen jährlich Hunderte von Paaren ins Ausland, um dort ihrem Wunschkind näher zu kommen. Die Nationale Ethikkommission wie auch verschiedene Reproduktionsmediziner sind für einen Wechsel und befürworten die Eizellenspende auch in der Schweiz. Somit könnte man Risiken, die durch unsachgemässe Durchführung entstehen, wie zum Beispiel die Mehrlingsschwangerschaft, besser in den Griff bekommen.

Zudem sei es denkbar, wie bei der Samenbank ein Register zu führen, damit so geborene Kinder ihre genetische Mutter später kennenlernen können. Auch würde ein Register in der Schweiz gewährleisten, dass Frauen nicht zu einer solchen Eizellspende gezwungen werden. Dies könne man im Ausland nicht ausschliessen.

Die Möglichkeit der Eizellspende wird jetzt in die laufende Gesetzesrevision einfliessen. Andere Optionen, wie etwa die Leihmutterschaft oder der Vorschlag, dass neu auch alleinstehende Frauen sich ihren Kinderwunsch per künstlicher Befruchtung erfüllen lassen können, stehen im Moment nicht zur Debatte. Das letzte Wort bei fast all diesen Entscheidungen wird letztlich die Bevölkerung haben.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Frischknecht , 8632 Tann
    . allein der Anstieg der künstlichen Befruchtung von 2000 auf 11000 innert 10 Jahren beweist, dass Forschungsergebnisse aus früheren Zeiten sich immer drastischer bestätigen. So haben Forschungen publiziert in Nummer 11 des Institut für angewandte Ökologie 1982 die Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit durch steigende Stickstoffdüngung klar aufgezeigt.Eine Studie von Ähnelt und Hahn hat schon früher gezeigt, dass erst die dritte und vierte Generation voll von diesen Nachteilen betroffen ist.
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  • Kommentar von Henriette Rub , Bern
    Auf der einen Seite eine solche Diskussion und auf der anderen Seite lässt man massenweise Kinder sterben. Ich finde so ziemlich meschugge.
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  • Kommentar von B. S. , Elsau
    Wenn das Gesetz revidiert wird, könnte man auch gleich darüber diskutieren warum die Krankenkassen keinen Rappen an künstliche Befruchtungen bezahlen. Dies ist nicht gerecht, dass Paare mit unerfülltem Kinderwunsch gleich doppelt bestraft werden.
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    1. Antwort von F.W. , Ottikon
      Warum soll die Krankenkasse eine teure Therapie bezahlen mit so niedriger Erfolgsrate? Pro Behandlung liegt die Chance bei etwa 20% ein Baby in die Arme schliessen zu können. (Siehe Bundesamt für Statistik)