Millionen Kinder hören schlecht

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO haben 32 Millionen Kinder Probleme mit dem Gehör.

Das Ohr eines Kindes mit Hörgerät. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hörgeräte können hörbedingte Entwicklungsverzögerungen beim Kind vermeiden. imago

Von Geburt an sind gute Ohren unerlässlich. Doch laut aktueller Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation hören 32 Millionen Kinder unter 15 Jahren weltweit schlecht. Zu 60 Prozent sei das laut WHO durch Prävention vermeidbar, denn zu den häufigsten Ursachen zählen Infektionen (31 Prozent), geburtsbedingte Gründe (17 Prozent), ototoxische Medikamente (4 Prozent) und sonstige Ursachen (8 Prozent) wie z. B. Lärm.

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«Welttag des Hörens»

Der «Welttag des Hörens» ist ein internationaler Aktionstag, mit dem die WHO am 3.3. (das Datum soll an zwei Ohren erinnern) auf die Bedeutung des Gehörs hinweisen möchte. Der Welttag wurde erstmals im Jahr 2007 auf der «Ersten Internationalen Konferenz zur Prävention und Rehabilitation von Hörminderungen» in Peking ins Leben gerufen.

«Je früher man eine Hörminderung erkennt, desto besser kann man sie mit Hörgeräten ausgleichen», sagt Pädakustiker Hansueli Müller. «Gut zu hören ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung der Sprache und damit auch der Denkfähigkeit. Eine Hörminderung kann bei Kindern zur Bildungsbarriere werden und zu sozialer Isolation führen.»

Eine Hörminderung bedeutet in den seltensten Fällen, dass ein Kind nur leiser hört. Meist hört das Kind in bestimmten Tonhöhen schlecht. Bis zu 3 von 1000 Kindern werden in der Schweiz mit einer Hörminderung geboren. Das Hörscreening bei Neugeborenen hat sich deshalb seit Ende der 1990er-Jahre in der Schweiz immer weiter verbreitet.