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Gesundheitswesen Komplementärmedizin hält Einzug in Spitäler

In der Bevölkerung gibt es ein klares Bedürfnis nach komplementären Behandlungen. Trotzdem begegnete die Schulmedizin diesen Therapieformen lange Zeit mit grossem Argwohn, wenn nicht sogar mit offener Ablehnung. Doch jetzt weichen die Fronten auf.

Legende: Video Komplementärmedizin im Spital abspielen. Laufzeit 15:54 Minuten.
Aus Puls vom 20.03.2017.

«Ja zur Komplementärmedizin»: So entschied 2009 das Schweizer Stimmvolk mit der Annahme der Initiative klar. Als Folge davon wurden fünf komplementärmedizinische Methoden provisorisch in die Grundversicherung aufgenommen – die anthroposophische Medizin, die Traditionelle Chinesische Medizin TCM, die Phytotherapie, die Homöopathie und die Neuraltherapie.

Der Bundesrat will noch dieses Jahr entscheiden, ob die vier erstgenannten Methoden Ende Jahr definitiv in den Katalog der Grundversicherung integriert werden. Das Bedürfnis nach «sanfter Medizin» wird jedoch bereits jetzt an einzelnen öffentlichen Spitälern berücksichtigt.

Integrative Pädiatrie am Kantonsspital Freiburg

So eröffnete das Kantonsspital Freiburg letzten Sommer das schweizweit erste Zentrum für integrative Pädiatrie. In Freiburg werden auf Wunsch der Eltern ergänzend zur Schulmedizin Therapien der anthroposophischen Medizin eingesetzt, mit dem Ziel, die Selbstheilungskräfte der Patienten zu stimulieren.

Anders als die Schulmedizin, deren Diagnose- und Behandlungsmethoden symptomorientiert und auf die Krankheit fokussiert sind, wollen die Methoden der Komplementärmedizin die gesunden «Teile» des Patienten aktivieren. Dies geschieht in Freiburg mit anthroposophischen Arzneimitteln, äusseren Anwendungen wie Wickeln oder Einreibungen, die alle die Selbstregulation der Patienten fördern sollen.

Das Angebot, das zunächst nur auf Erkrankungen der Atemwege beschränkt war, wird nun schrittweise auf die gesamte ambulante und stationäre Pädiatrie ausgeweitet.

Zentrum für Integrative Medizin des Kantonsspitals St. Gallen

Bereits seit acht Jahren werden am Kantonsspital St. Gallen Patienten im Zentrum für Integrative Medizin ZIM komplementärmedizinisch behandelt. Die unterschiedlichen Ansätze der konventionellen Schulmedizin und der komplementären Medizin werden hier im Rahmen einer «integrativen Medizin» miteinander vereinigt, mit dem Ziel, dass sich die unterschiedlichen Vorteile und Stärken der Methoden gegenseitig ergänzen.

Ausgangspunkt ist auch in St. Gallen immer eine schulmedizinische Diagnose und Behandlung. Die komplementären Therapien werden nur auf ausdrücklichen Wunsch der Patienten und als Ergänzung zu den klassischen Behandlungen angeboten. Im Zentrum steht der eigene Antrieb der Patienten, von sich aus etwas für den Genesungsprozess zu tun.

Das Komplementärmedizinische Angebot besteht am Kantonsspital St. Gallen aus anthroposophisch erweiterter Medizin, Traditioneller Chinesischer Medizin TCM und Osteopathie.

Mehr Lebensqualität

Das Angebot richtet sich in erster Linie an Patienten, bei denen die Schulmedizin an Grenzen stösst wie bei chronischen Schmerzen, Krebserkrankungen, Nerven- und Hirnerkrankungen oder beim Palliative Care.

Die komplementärmedizinschen Therapien werden in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachspezialisten abgesprochen und durchgeführt. So können mögliche negative Wechselwirkungen zwischen der schulmedizinischen und der komplementärmedizinischen Behandlung vermieden werden.

Die komplementärmedizinischen Behandlungen werden unterstützend eingesetzt und zielen in erster Linie auf eine Linderung von Symptomen und somit auf eine Verbesserung der Lebensqualität ab.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Mario G. Berta (Mario)
    Alternative Methoden bringen auch nicht den Durchbruch, weil die Anwender dieser den eigentlichen Grund der körperlichen Phänomene bislang nicht verstanden haben bzw. nicht verstehen wollen, obwohl der deutsche Arzt Dr. Hamer schon in den 1980er-Jahren die wesentlichen Zusammenhänge entdeckt hat. Alternaivlinge wie Schulmediziner ignorieren aber hartnäckig seine Erkenntnisse, weil sie sich ein Bombengeschäft, dank Unwissenheit und Angst der Leute, nicht verderben wollen.
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  • Kommentar von Leo Nauber (leo999)
    Nichts gegen die Komplementärmedizin. Ja, es spricht sehr vieles dafür. Was ich einfach nicht korrekt finde, dass gewisse , immer mehr "Patienten" ihr - oft gar nicht vorhandenes Leidern - a) von einem Arzt diagnostizieren lassen b) oft noch am gleichen, sonst am nächsten Tag (Samstag/Sonntag) im Notfall noch einmal durchchecken lassen c) wieder einen Tag später noch von einem Dritten Arzt wieder... d) dann noch Komplementär dazu. ALLES AUF KOSTEN DER KK. Ich wäre für entweder oder.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Besser spät, als gar nicht mehr, kommt die Einsicht der Medizin - hoffentlich! Die Komplementärmedizin ist effizient, sanft, vielseitig und absolut umweltfreundlich für Natur, Tier und Mensch! Wissen und Erfahrung sind wichtig, für die korrekte Anwendung. "Eine Schnellbleiche" bzgl. Wissen und Anwendungskenntnisse, reicht nicht aus, für die korrekte, effiziente Anwendung an Mensch und Tier!
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