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Psyche «Artism» – Wie autistische Künstler ihre Welt sehen

Autisten und Menschen mit dem Asperger-Syndrom sehen die Welt anders. Wie genau, zeigen sie vom 1. bis 22. April in einer Ausstellung in Zürich.

Legende: Audio «Radio SRF 1, 7.3.2016: Autisten machen Kunst» abspielen. Laufzeit 4:13 Minuten.
4:13 min

Es wundert nicht, dass die autistischen Künstler die kleine, sehr spezielle Galerie Tart in Zürich für ihre Ausstellung ausgesucht haben. Die Ausstellung ist nämlich auch ein Experiment – ein Versuch, ihre Wahrnehmung der Welt zu zeigen. Susan Gonza ist selbst betroffen und Geschäftsführerin der Asperger AG, wo Menschen mit Asperger oder Autismus im Bereich Informatik und Grafik arbeiten. «Autisten sind stärker detailfokussiert. Für sie besteht die Welt nicht aus einem Objekt, sondern aus ganz vielen kleinen Mosaikteilchen, und dadurch ist auch die Kunst anders», erklärt sie.

Ich verstehe nicht, was daran normal sein soll, jemandes Augäpfel anzustarren!
Autor: Postkarte in der Ausstellung

Susan Conzas Lieblingsbild der Ausstellung: ein grosses Auge mit einer detailliert Strich für Strich gemalten braunen Iris. «In diesem Bild wollte der Künstler Luca zeigen, dass Autisten eine ganz andere Wahrnehmung haben als neurotypische Menschen. Das Auge ist gleichzeitig eine Welt und das könnte man jetzt so verstehen: So viele Wahrnehmungen es gibt, so viele Welten gibt es», so Conza.

Der leidige Blickkontakt

Das Auge ist auch das Thema der Ausstellung. Denn mit den Augen blickt man in die Welt – aber Autisten haben Schwierigkeiten mit dem Blickkontakt. Susan Conza erklärt, warum: «Das hat vielleicht damit zu tun, dass wir durch die ständige Reizüberflutung gegen aussen nicht zu viele Kanäle aufmachen können. In dem Moment, in dem man redet oder verstehen möchte, was der andere sagt, fällt das Auge, das Schauen an sich dann eben weg. Dadurch beschäftigen sich Autisten gerne mit etwas, wo sie ganz fokussiert sich auf etwas konzentrieren können.»

Autisten reagieren manchmal gar nicht – beispielsweise auf Redewendungen. Denn die nehmen sie für bare Münze. Das hat einer der Künstler in seinen Comic einfliessen lassen und hat Redewendungen gemalt, wie er sie versteht: wortwörtlich – mit Affen, die ein Theater machen (Affentheater), oder einem Läufer, der einen Pass in der Hand hält (Laufpass).

Die Ausstellung trägt denn auch den passenden Titel «Artism – The way I see it». Das ist auch für Galeristin Catrina Sonderegger neu und spannend: «Man hat es mit Künstlern zu tun, die viel expressiver sind. Sie sind sehr viel mehr aufs Detail fixiert, es gibt kein Grau, sondern nur Schwarz und Weiss.» Oder wie es auf einer Postkarte der Ausstellung steht: «We are like everybody else, just different.» – Wir sind wie jeder andere auch, bloss anders.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Künzi, Winterthur
    Ich lese gerade mit Begeisterung ein Buch im dem ein 20ig Jähriger einen Schlaganfall erlebt und eine Metamorfose erlebt. Die Umwandlung ist auf fast allen Gebieten unglaublich doch der gravierendste Punkt ist seie 180 Wendung von Womanizer zu Schwul. Andere Bespiele sprechen von Metamorfosen von Bauarbeit ohne künstlerische Ader zu Künstler die immer Zeichnen wollen. dieses Thema wären doch Genmedizinisch oder Wissenschftlich hochinteressant. Warum hört man so wenig darüber?
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