Augen auf beim Pilze sammeln

Garten

Nie wurden in der Schweiz so viele Pilzvergiftungen registriert wie 2017. Auch das Jahr 2018 verspricht eine gute Saison für Pilze zu werden – und damit leider auch für Vergiftungen. Wir fassen zusammen, worauf Sie achten müssen.

Augen auf beim Pilze sammeln!
Bildlegende: Augen auf beim Pilze sammeln! Keystone

Wer darf, wo Pilze sammeln?

In der Schweiz darf jeder Pilze sammeln, solange er oder sie das nicht in einem Natur- und Pflanzenschutzgebiet macht und solange die kantonalen Bestimmungen beachtet werden.

In den Kantonen bestehen verschiedene Gewichtslimiten, was das Pflücken von Pilzen angeht. Im Kanton Zürich liegt sie beispielsweise bei einem Kilo. Aber aufgepasst: vom 1.-10. eines Monats herrscht in Zürich Pilzsammelverbot. Alle weiteren kantonalen Bestimmungen finden sie hier.

Wie bestimmt man einen Pilz?

Um einen Pilz überhaupt bestimmen zu können, ist es wichtig, immer den ganzen Pilz inklusive seinem Stielende anzuschauen. Für die Bestimmung ist Artenkenntnis unabdingbar. Smartphone-Apps und Bücher können zwar helfen, unbekannte Arten zu bestimmen, doch die Resultate sind nicht über alle Zweifel erhaben.

Viele Apps suggerieren ein eindeutiges Ergebnis, sind in ihrem Vorgehen aber zu ungenau, um ein solches garantieren zu können. Das Problem: Viele Pilze lassen sich nicht allein über Form und Farbe bestimmen. Viel mehr lässt sich mit einem Smartphone aber nicht erfassen.

Vor dem Essen, Pilzkontrolle nicht vergessen!

Pilzsammlern wird darum bereits bei kleinsten Unsicherheiten empfohlen, die nächstliegende Pilzkontrollstelle aufzusuchen. Nur wenn die Pilze einwandfrei bestimmt und kontrolliert wurden, sind die Sammler vor Vergiftungen geschützt!

Hauseigene Tests, wie beispielsweise der sogenannte «Zwiebeltest» oder auch die Idee, dass angefressene Pilze ungiftig sein müssen, sind keine Hilfe – im Gegenteil. Pflücken Sie nie angefressene oder madige Pilze, sondern nur solche in einwandfreiem Zustand, und achten Sie darauf, dass der Pilz weder zu jung noch zu alt ist.

Von Pilzen, die Sie nicht kennen, sollten Sie nie mehr als 2-3 Exemplare pflücken und diese anschliessend sofort zur Pilzkontrollstelle bringen.

Mehr Tipps rund ums Pilzesammeln finden Sie bei der Schweizerischen Vereinigung amtlicher Pilzkontrollorgane.

Autor/in: Martina Gassner, SRF Digital