Internet-Geschwindigkeit: Kriege ich das, wofür ich bezahle?

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Wer eine Stange Bier bestellt erwartet, dass das Glas bis zur Markierung gefüllt ist – sonst reklamiert er. Bei der Internetleitung zu Hause ist das mit der Markierung etwas komplizierter. Wir zeigen, wie Sie die Geschwindigkeit richtig messen.

Programme wie der Speedtest von cnlab sind nützlich, um herauszufinden, mit welcher Geschwindigkeit das Internet ins Haus kommt.

Ursachenforschung

Der Haken: Wer den Test auf einem Rechner oder Smartphone über das heimische Funknetz laufen lässt, kann nicht sicher sein, dass der Fehler beim Internetanbieter liegt, wenn die gemessene Geschwindigkeit nicht dem entspricht, wofür er bezahlt.

Oft liegt die Ursache bei einem selber, eben beim Netzwerk.
Mögliche Gründe:

  • Router mit älteren WiFi-Standards können nicht die Geschwindigkeit übermitteln, die verfügbar wäre
  • Der Empfang ist schlecht
  • Das Signal wird gestört von anderen Funkern
  • Das Notebook oder das Smartphone ist älteren Datums und kann Daten nur bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit empfangen

Ratgeber: Wenn das Wlan Probleme macht

Vor allem bei Angeboten (Abos) mit einer Downloadgeschwindigkeit über 200 Mbit/s spielen die Einflüsse des Heimnetzwerkes und Rechners eine wichtige Rolle. Die Auswirkungen werden mit zunehmender Geschwindigkeit (z.B. 1 Gbit/s) immer stärker.

Richtig messen

Um auszuschliessen, dass das eigene Netzwerk lahmt, kommt man nicht darum herum, einen Computer über ein Kabel direkt am Model anzuschliessen, um dann eine Messung zu starten.

Bei TV-Kabelanschlüssen braucht es zudem Messungen übere mehrere Tage und Wochen. Bei dieser Technologie teilen sich nämlich die in einer Zelle angeschlossenen Kabelnetzanschlüsse (Kunden) die verfügbare Bandbreite des Kabelnetzes. Daher kann es vorkommen, dass an manchen Standorten Überlasten (Einbussen) zu beobachten sind, üblicherweise in den Hauptverkehrsstunden (18-24 Uhr).


Solange diese geringere Geschwindigkeit immer noch für alle Personen im Haushalt ausreicht, damit jeder das tun kann, was er möchte (Streaming usw.), sollte man sich darüber nicht aufregen.

Um Alternativen «bemühen»

Allenfalls kann man aber ins Auge fassen, auf das nächste, günstigere Abo zu wechseln, wenn der Anbieter beim aktuellen, schnelleren Abo die maximale Geschwindigkeit sowieso nur selten hinkriegt.

Verpflichtet dazu ist er übrigens nicht: In den allgemeinen Geschäftsbedingungen schliesst die «Best Effort»-Klausel dies aus. Er muss sich lediglich bemühen.

Autor/in: Reto Widmer