Lebendspende: Eine Niere genügt zum Leben

Im Jahr 2012 haben 453 Schweizerinnen und Schweizer ein Organ transplantiert erhalten. Trotzdem warteten Ende Jahr noch über 1100 Personen auf ein Spenderorgan. Würde man Organe nur von Verstorbenen entnehmen, stünden noch mehr Personen auf der Warteliste. Die Lebendspende birgt allerdingt Risiken.

Die Lebendorganspende wurde aus der Not geboren, weil es zu wenig Postmortale Spender gibt.
Bildlegende: Die Lebendorganspende wurde aus der Not geboren, weil es zu wenig Postmortale Spender gibt. Symbolbild/colourbox.com

«Eine Lebendorganspende ist vermutlich das persönlichste Geschenk, das man jemandem machen kann», sagt Franz Immer, Herzchirurg und Leiter Swisstransplant. In der Schweiz werden jährlich rund 100 Nieren und zirka fünf Lebern lebend gespendet. Damit stammt rund jedes fünfte transplantierte Organ von einem Lebendspender.

Spenden können gesunde Menschen über 18 Jahren. Meist wird innerhalb der Familie oder des Bekanntenkreises gespendet. Voraussetzung für eine Lebendspende: Der Spender wird im Vorfeld einer genauen medizinischen, wie auch einer psychologischen Abklärung unterzogen. Nur wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, kommt er als Lebendspender in Frage.

Obwohl transplantierte Organe aus einer Lebendspende eine längere Lebenszeit haben als von verstorbenen Spendern, werden Postmortale Spender bevorzugt. Denn bei einer Lebendspende wird der Spender den normalen Operationsrisiken, wie Narkoserisiko oder Infektion, ausgesetzt. Die Lebendspende wurde aus der Not geboren, weil es zu wenig Organe von Postmortalen Spendern gibt.

Ausserdem müssen sich Spender und Empfänger darüber im Klaren sein, dass sich ihre Beziehung nach der Spende verändern kann. Nicht selten kommt es zu einer Anhängigkeit von Seiten des Empfängers her. Oder der Spender fühlt sich schuldig, wenn sein Organ abgestossen wird. Diese psychologischen Folgen versucht man bereits im Vornherein abzuschätzen.

Moderation: Adi Küpfer, Redaktion: Brigitte Wenger