Richtiges Verhalten im Stau

So sicher wie die Osterferien anfangen, so sicher gibt es wieder Stau auf unseren Autobahnen. Geduld und Nerven werden auf die Probe gestellt. Was man dabei meist vergisst: Auch im stehenden Verkehr gelten Regeln.

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Auch wenn nichts mehr geht und man Stossstange an Stossstange feststeckt, kann man einiges falsch machen und dafür im schlechtesten Fall sogar eine Busse oder Ausweisentzug kassieren.

Problem Rettungsgasse

Der erste Fehler unterläuft uns Autofahrerinnen und Autofahrern meist schon, wenn wir ein Stauende erreichen. Wir schliessen möglichst nahe auf und bleiben stehen, wo wir sind. Das ist nicht verboten. Polizei und Rettungskräfte wünschten sich aber, wir würden bereits reagieren und schon beim ersten Anzeichen eines Staus eine Rettungsgasse bilden.

Wo die Rettungsgasse sein soll, kann man sich ganz einfach merken mit der Handregel: Man nehme die rechte Hand und betrachte jeden Finger als Fahrspur. Der Daumen ist dabei immer die äusserste Spur links. Die Rettungsgasse muss immer in der grossen Lücke zwischen Daumen und Zeigefinger gebildet werden.

Da das meist nicht klappen wird und die Rettungsgasse erst gebildet wird, wenn hinten die Sirenen heulen, sollte man zumindest darauf achten, dass man im Stau nicht Stossstange an Stossstange steht. Man sollte immer Abstand zum vorderen Fahrzeug lassen, damit man im Notfall schnell auf die Seite ausweichen kann.

Weitere Fehler:

  • Aussteigen im Stau: Die Beine kribbeln oder die Blase drückt. Da ist es verlockend, kurz das Auto zu verlassen. Streng genommen ist das verboten. Denn wer mit seinem Auto am Verkehr teilnimmt, darf den Sicherheitsgurt nicht lösen. Ausserdem ist es Personen verboten, auf der Autobahn zu laufen oder zu stehen. Das kann eine Busse zur Folge haben. Bei einer lange andauernden Vollsperrung drückt die Polizei aber schon mal ein Auge zu.
  • Die letzten Meter auf dem Pannenstreifen fahren: Es ist zum Verzweifeln: Man sollte dringend aufs WC, die Raststätte ist ihn Sicht, aber es bewegt sich nichts. So mancher verliert die Geduld und nutzt den Pannenstreifen für die letzten Meter bis zur Raststätte oder Ausfahrt. Keine gute Idee: Das kann zu einer hohen Busse oder sogar Ausweisentzug führen.
  • Ablenkung am Steuer: Wer ein Fahrzeug lenkt – egal ob es fährt oder steht – muss beide Hände am Steuer haben und stets aufmerksam sein, damit er jederzeit reagieren kann. Telefonieren ohne Freisprechanlage oder am Handy herumspielen ist daher nicht erlaubt. Ebenfalls verboten ist Lippen nachziehen, in der Handtasche wühlen und so weiter. Streng genommen darf man also auch nicht essen und trinken. Das gilt übrigens auch am Rotlicht. Das kann eine Busse geben. Allerdings schaut die Polizei bei einem stundenlangen Stau auch einmal nicht so genau hin.
  • Lücken-Hüpfen: Wenn der Verkehr stockt, beobachtet man immer wieder die sogenannten Lücken-Hüpfer, die nervös jede Lücke suchen und von einer Spur in die andere wechseln, um schneller voran zu kommen. Verboten ist das nicht. Allerdings bringt es auch nichts. Im Gegenteil: Dieses Verhalten sorgt dafür, dass die Lenker dahinter abrupt abbremsen müssen, was eine Kettenreaktion auslöst und zu mehr Stau führt. Abgesehen davon haben Versuche gezeigt: Damit ist man nicht schneller. Jede Kolonne stockt irgendwann. Am effizientesten für alle ist: Auf der Spur bleiben.

Rettungsgasse bilden

Moderation: Stefan Siegenthaler, Redaktion: Maria Kressbach