Roboter ersetzen herkömmliche Staubsauger kaum

Klingt bequem: Während man ausser Haus ist, übernimmt der Staubsaugerroboter die Bodenreinigung. So einfach ist es allerdings nicht: Die modernen Heinzelmännchen haben so ihre Macken. Ohne herkömmlichen Staubsauger kommt man kaum aus.

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Optisch sauber, aber keine Tiefenreinigung

Die kleinen, automatischen Sauger sind nicht nur optisch kleiner, sie haben auch einen viel kleineren Motor und daher eine viel kleinere Saugleistung. Für Hartböden mag das vielleicht reichen, kommen Teppiche ins Spiel, wird es schwierig: Staub und Tierhaare bleiben hängen, und man kommt nicht darum herum, mit dem grossen Staubsauger nachzuputzen.

Nicht für jede Wohnung geeignet

Saugroboter stehen immer wieder mal an. Zum Beispiel:

  • Bei komplizierten Grundrissen
  • Wenn die Wohnung viele Möbel hat, vor allem in Stuhlbeinen verheddern sie sich gerne.
  • Die modernen Heinzelmännchen sind schnell irritiert, wenn der Boden belegt ist: mit Spielsachen, Kabel, Kleider und so weiter.
  • Auch die wertvolle Ming-Vase räumt man vielleicht besser weg, wenn man den Roboter sausen lässt.
  • Auch Flächen mit vielen Treppen und Stufen können zum Problem werden (Absturzgefahr).

Verbotzonen für den Saugbroboter einrichten

Auch wenn die neueren Roboter mit Sensoren und Kameras ausgerüstet sind, können sie auf Irrwege geraten. Zum Beispiel, wenn die Sensoren verstaubt oder verdreckt sind. Daher sollte man dem Roboter so oder so Grenzen setzen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Bei günstigen, einfachen Saugrobotern muss man ein ausreichend schweres Hindernis aufsstellen, zum Beispiel vor einer Treppenstufe. Achtung: Stolpergefahr.
  • Moderne Roboter können gelenkt werden, indem man vor eine verbotene Zone ein Magnetband verlegt, welches das Gerät stoppt.
  • Eine weitere Möglichkeit: Gegenüberliegende Türmchen aufstellen, die einen Infrarotstrahl aussenden.
  • Die neusten Geräte können via App programmiert werden, sodass keine Hilfsmittel aufgestellt oder verlegt werden müssen.

Darauf beim Kauf achten

  • Ausreichende Leistung. Zum Vergleich: Ein normaler Staubsauber hat so um die 700 Watt.
  • Wer Tiere zu Hause hat, sollte darauf achten, dass der Sauger auch darauf ausgelegt ist.
  • Niedrige Möbel in der Wohnung fordern einen möglichst flachen Saugroboter.
  • Wer viele Läufer oder Schwellen hat, sollte sich einen kletterbegeisterten Roboter zulegen. Diese schaffen bis circa zwei Centimeter.
  • Die Navigation sollte auf die Wohnung ausgelegt sein (siehe nächster Abschnitt)

Für kleine Räume tuts auch eine einfache Navigation

  • Soll der Saugroboter nur einen Raum bearbeiten, reicht ein einfacher Roboter, der den Raum nach dem Zufallsprinzip saugt. Diese Geräte gibt es bereits für etwa 100 Franken.
  • Sobald der Roboter grössere Räume oder mehrere Zimmer saugen soll, ist die Chance gross, dass Roboter mit dem Zufallsprinzip nicht alle Flächen abdeckt. Da sind Roboter mit Sensoren und Kameras besser. Sie scannen den Raum ab und wissen genau, wo sie bereits überall waren und wo sie ihre Arbeit noch erledigen müssen. Solche Roboter gibt es ab etwa 300 Franken.

Neuste Entwicklung: Saugwisch-Roboter 

Die neuste Ausführung soll Saugen und gleichzeitig den Boden feucht aufnehmen.

  • In Tests zeigten sie bisher aber keine glanzvolle Leistung. Vor allem mit eingetrockneten Flecken kommen sie schlecht zurecht. Der Grund: Der Wassertank fasst nicht einmal einen halben Liter. Da ist schnell vorbei mit Flecken aufweichen.
  • Das Fazit der Testexperten: Warten mit dem Kauf, bis besser entwickelte Nachfolgermodelle auf dem Markt sind.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Maria Kressbach