Soll ich mir einen UHD-Fernseher kaufen?

Digital

Die Swisscom zeigt die Fussball WM 2018 aus Russland auf den Kanälen der SRG in UHD – die Abkürzung steht für "Ultra High Definition" und verspricht noch schärfere Bilder als das heutige HD. Lohnt es sich, extra für die WM einen neuen Fernseher zu kaufen?

UHD ist auch unter dem Namen 4K bekannt.
Bildlegende: UHD ist auch unter dem Namen 4K bekannt. Imago

Ein UHD-Fernseher hat eine Auflösung von mindestens 3840 mal 2160 Pixel – das sind vier mal mehr Bildpunkte als bei einem Full-HD-Gerät. Ausserdem sind die meisten UHD-Fernseher HDR-fähig. Das heisst, sie haben ein weit grösseres Kontrast- und Farbspektrum.

Und: UHD-Fernseher können bis zu 120 Bilder in der Sekunde darstellen (120 Hertz). Diese schnelle Wiederholrate trägt dazu bei, dass auch Bilder mit schnell bewegenden Gegenständen - wie zum Beispiel ein Fussball – noch scharf aussehen.

Lohnt sich aus diesen Gründen der Umstieg auf einen UHD-Fernseher? Und was ist beim Kauf eines solchen Gerätes zu beachten?

  • Ab einer bestimmten Bildschirmgrösse werden heute fast nur noch UHD-Fernseher angeboten. Nur wer beim TV-Kauf so wenig Geld wie möglich ausgeben will, sollte ein herkömmliches HD-Modell wählen. Aber auch UHD-Fernseher sind in den letzten Jahren deutlich billiger geworden und die Preise werden noch weiter sinken.
  • Der Schärfeunterschied von UHD – das Format ist auch als 4K bekannt - fällt vor allem ins Auge, wenn man nahe vor dem Bildschirm sitzt. Die optimale Distanz beträgt ungefähr eineinhalb Mal die Bildschirmhöhe. Das ist näher, als die meisten Schweizer vor dem Fernseher sitzen.
  • Augenfälliger - auch aus der Distanz – ist die HDR-Technologie, die einem UHD-Fernseher zu besseren Kontrastwerten und einem grösseren Farbenspektrum verhilft. Sie lässt die Bilder dynamischer und lebendiger erscheinen. Allerdings arbeiten verschiedene Hersteller mit unterschiedlichen HDR-Technologien. Am besten testet man das Bild des Fernsehers deshalb vor dem Kauf im Laden.
  • Was das klassische Fernsehen angeht, gibt es heute noch kaum UHD-Inhalte (von der Fussball-WM 2018 in Russland einmal abgesehen, welche Swisscom auf den SRG-Kanälen in UHD überträgt). Swisscom, Surise und Salt haben erst eine Handvoll UHD-Sender im Angebot, allesamt Spartensender. UPC zeigt derzeit noch gar keine UHD-Sender, dort wartet man noch auf attraktivere Inhalte.
  • Bis die Fernsehsender auf UHD umgestiegen sind, wird es noch einige Jahre dauern. Grund: Die Umrüstung ist teuer und die meisten Sender haben erst vor wenigen Jahren den Wechsel auf HD beendet. Pro 7 und Sat 1 haben zwar angekündigt, ab Sommer einzelne Sendungen in UHD zu zeigen, bis das ganze Programm auf UHD läuft, wird es aber auch dort noch lange brauchen.
  • Bei Streaming-Diensten wie Netflix ist das Angebot an UHD-Inhalten schon grösser. Netflix zeigt etwa 200 Serien und Filme in UHD. Um sie zu sehen, ist aber ein spezielles UHD-Abonnement nötig, das mit 19.90 pro Monat 4 Franken teurer ist als das HD-Abonnement.
  • Bei Streaming-Diensten wie auch beim klassischen Fernsehen (über eine Settop-Box) ist eine schnelle Internetleitung nötig. Die Swisscom empfiehlt mindestens 33 Megabit in der Sekunde, damit UHD nicht die ganze Bandbreite blockiert.
  • Wo die Internetbandbreite für UHD nicht reicht, gibt es auch die Möglichkeit, UHD-Sendungen per Satellit zu sehen.

Autor/in: Jürg Tschirren, SRF Digital