Wie gestalte ich einen naturnahen Garten?

Garten

Ein naturnaher Garten ist ein Raum, in dem der Mensch gärtnern und sein kann. Gleichzeitig ist es auch ein Raum, wo sich wildlebende Pflanzen und Tiere wohlfühlen.

Der Wurmfarn ist einheimisch und ein in Europa sehr verbreiteter Waldfarn.
Bildlegende: Der Wurmfarn ist einheimisch und ein in Europa sehr verbreiteter Waldfarn. SRF/Silvia Meister

Im Garten wurden seit jeher Nutzpflanzen oder schützenswerte Pflanzen und Tiere kultiviert. Ein Zaun aus z.B. Hasel- oder Weidengerten schützte vor den hungrigen, wilden Tieren. Die heutige Natur ist in Bedrängnis geraten, ist zu etwas Rarem und Wertvollen für uns Menschen geworden. Deshalb sollten wir der Natur im Garten mehr Raum verschaffen.

  • Naturnahe Gärten sind zu wichtigen Lebensräumen für einheimische Pflanzen und Tiere geworden.
  • Je mehr naturnahe Gärten vorhanden sind, umso besser können sich Tiere und Pflanzen untereinander austauschen und sich vermehren, es entsteht eine überlebensfähige Vernetzung.
  • Naturnah wirkt manchmal unaufgeräumt. Zum Beispiel werden Sträucher, Stauden und Bäume erst im März geschnitten, damit Vögel im Winter Nahrung in Form von Wildfrüchten und Samen finden.
  • Naturnah wirkt manchmal wild durcheinander wachsend. Zum Beispiel gelten Brennnesseln nicht als Unkraut und werden stehen gelassen. Damit sind sie eine wichtige Nahrungsgrundlage für verschiedene Falterraupen.
  • Naturnah bedeutet Gestaltung und Pflege des Gartens mit der Natur und nicht gegen sie. Der «Zerfall» wird als wichtiger Prozess der Natur in die Gartenpflege mit einbezogen. Verrottende Asthaufen mit geschnittenen Ästen / Zweigen von Bäumen und Sträuchern werden zu wichtigen Lebensräumen für holzabbauende Pilze, Käfer und schlussendlich Blindschleichen, welche im weichen Material unter einem Asthaufen gut überwintern können.
  • Naturnah bedeutet den Garten so zu gestalten und zu pflegen, dass er in der natürlichen Umgebung eingebettet ist. Das heisst, Material aus der Umgebung verwenden. Am Jurasüdfuss Kalksteine für den Bau einer Trockensteinmauer verwenden oder Pflanzen setzen, welche in der Umgebung vorkommen. Zum Beispiel verschiedene Wildrosenarten und hoher Wacholder. So steht der Garten in Beziehung zur Umgebung, ist in sie eingebettet und erhält einen unverwechselbaren Charakter.

Moderation: Christina Lang, Redaktion: Silvia Meister