Achim Parterre: «Tschüss zäme» Sommerlesung, Folge 1

Samstag, 10. Februar. Im Strassengraben in Gäziwil liegt ein Toter. Es ist der alte Ramseier, der im Restaurant «Les Amis» immer zuhinterst in der Ecke sass und „strube Geschichten erzählte. Ramseier wurde umgebracht. Er hat ein Loch im Kopf,  so gross wie ein «Härdöpfel».

Achim Parterre
Bildlegende: Achim Parterre Adrian Moser

Die Geschichte beginnt aber schon zwei Tage früher, am Donnerstag, 8. Februar. Bernhard sitzt im «Les Amis» und liest das Amtsblatt von Gäziwil, während sich Marie-Claire hinter dem Buffet eine Zigarette anzündet. Bernhard ist einmal mehr auf Arbeitssuche. In der Ecke klopft Ramseier nach dem vierten «Chübeli» seine üblichen faulen Sprüche. Zur gleichen Zeit klingelt im Bauamt das Telefon. Eine Spaziergängerin meldet, dass auf dem Waldlehrpfad ein Baum liegt. Obwohl es bereits gegen Abend geht, schickt Schärrer, Chef des Bauamts, zwei Leute los, um das Hindernis wegzuräumen.

Der Autor Achim Parterre

Achim Parterre hat sich einen Namen gemacht mit seinen «Morgengeschichten» auf Radio SRF 1, als Spoken-Word-Künstler im Trio «Die Gebirgspoeten» und im Duo «Spoken Wörgeli» und als Autor von Klein- und Kleinstgeschichten, die versammelt sind im Buch «Im Chäsloch». Für sein Engagement bei der Hommage-CD «aber hütt» für den Berner Mundartdichter Ernst Eggimann hat Achim Parterre im Juni 2013 den «Prix Trouvaille» des Kantons Bern erhalten.

Eine groteske Welt in Gäziwil

Mit «Tschüss zäme» legt Achim Parterre nun seinen ersten längeren Text vor, einen Krimi. Wir geraten nach Gäziwil, in eine groteske Welt zwischen Dürrenmatts «Besuch der alten Dame» und dem randständigen Personal in Pedro Lenz' «Dr Goalie bin ig». Aber Achim Parterre schafft eigene Spuren: Furztrockene Dialoge, eklige Beweisstücke und unmoralische Angebote, eine rasante, witzige Mischung, real und irreal zugleich. Das Ganze in grosser Ruhe erzählt vom Autor selber. Die Musik zur Lesung komponierte und interpretierte Bruno Raemy.

Redaktion: Buschi Luginbühl, Markus Gasser