Dunkles Kapitel der Schweiz: Vergleich Nachrichtenlose Vermögen

Den Sommer 1998 werden die Schweizer Banken nicht vergessen. Vor 20 Jahren kam es zum historischen Vergleich: Die Banken zahlten 1,25 Milliarden US-Dollar, im Gegenzug zogen die jüdischen Sammelkläger ihre Klagen zurück. Der Streit um die nachrichtenlosen Vermögen ging damals in die Geschichte ein.

Alt Bundesrat Flavio Cotti und Thomas Borer
Bildlegende: Alt Bundesrat Flavio Cotti setzt den damaligen stellvertretenden Generalsekretär des EDA, Thomas Borer, als Chef der Task Force "Vermoegenswerte Naziopfer" ein. Keystone

Während dem Zweiten Weltkrieg haben viele Juden ihr Geld bei den Schweizer Banken in Sicherheit gebracht. Nach dem Krieg hatten viele, oft auch die Hinterbliebenen, die grösste Mühe, wieder an das Geld zu kommen. Es fehlten oft eindeutige Beweise. Das Fass zum Überlaufen brachte der Schweizer Nachtwächter Christoph Meili.

In der Nacht vom 8. auf den 9. Januar 1997 entwendete er aus einem Schredder-Raum bei der damaligen Schweizerischen Bankgesellschaft (SBG, später UBS) Unterlagen. Er meinte damals, dass es sich um Belege über Bankbeziehungen mit jüdischen Holocaust-Opfern handelte. Die Geschichte wurde publik und führte zum grossen Knall um die nachrichtenlosen Vermögen auf Schweizer Banken.

Die Grossbanken wurden mit Sammelklagen aus den USA konfrontiert und die Affäre erledigte sich erst, als die Banken einem Vergleich von insgesamt 1,25 Milliarden US-Dollar zustimmten.

In der Sendung «Treffpunkt» rollen wir das dunkle Kapitel der Schweiz mit den Kollegen von «Echo der Zeit» nochmals auf. Gast in der Sendung ist ausserdem Jakob Tanner, emeritierter Professor und Historiker für Schweizer Geschichte. Er war Mitglied der Bergier-Kommission, die den Streit um die nachrichtenlosen Vermögen des Zweiten Weltkrieges rechtlich und historisch aufarbeitete.

Moderation: Sandra Schiess, Redaktion: Sirio Flückiger