«Schweizer Volk, ich grüsse Dich!»

Am 1.1.1935 wurde zum ersten Mal eine Neujahrsansprache am Radio verlesen. Seit den 1950er-Jahren treten die Bundespräsidenten auch vor die Kameras. Die Inhalte der Reden haben sich stark verändert. Waren in den Kriegsjahren Zusammenhalt und Religion aktuell, sind es heute weltliche Themen. 

Adolf Ogi im Schnee vor dem Lötschbergtunnel.
Bildlegende: Die Neujahrsrede von Adolf Ogi am 1.1.2000 vor dem Lötschbergtunnel, hat Kultstatus erreicht. Keystone

Mit dem Satz «Schweizer Volk, ich grüsse Dich» eröffnete Rudolf Minger 1935 seine Neujahrsrede. Der damalige Bundespräsident ahnte, dass die politische Lage sehr heikel war und wohl ein neuer Weltkrieg ausbrechen könnte. Daher appellierte er an den Zusammenhalt und verglich den bevorstehenden Weg mit einer Völkerwanderung ins Gute – wie zur Zeiten Noahs.

In Neujahrsreden steckt mehr als man vermutet

«Der starke Einbezug der Religion, ist typisch für Neujahrsreden in schwierigen Zeiten», sagt Andreas Kley. Der Professor untersucht an der Universität Zürich die Inhalte vergangener und aktueller Neujahrsreden von Bundespräsidentinnen und Bundespräsidenten. In der Sendung «Treffpunkt» erklärt er, warum in den Worten zum Jahresanfang mehr steckt, als man vermutet.

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Krispin Zimmermann