Eine Region, in der alpines Naturerlebnis, gelebte Tradition, moderne Lebenswelten und kulinarische Eigenheiten auf engstem Raum zusammentreffen und Jan Fitze viel abverlangen. Hier stellt sich Jan Fitze drei Challenges, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Vom Kochen unter Druck über einen Auftritt «in Drag» bis hin zur Besteigung des Tödi.
Challenge 1: Noah Bachofens Knödel nachkochen
In Elm bei Glarus landet Jan im Restaurant Sonne, hier hat Kochinfluencer Noah Bachofen seine Kochlehre gemacht. In dieser Küche wartet die erste Challenge auf Jan: Ein Gericht von Noah Bachofen originalgetreu nachkochen – ohne Rezept. Jan bekommt die Knödel von Noah serviert und weiss nur, wie das Gericht schmecken soll.
Noah erklärt: «Es sind Ziger-Kartoffel-Knödel mit einer Zwiebelsauce, sie sind meine Erfindung des vegetarischen Glarner Landsgemeindemenüs.» Die Details sind entscheidend: Die Sauce müsse «schön gebunden» sein, die vielen Zwiebeln dürften «nicht zu intensiv» schmecken. Und: «Bei jedem Arbeitsschritt kann er einen Fehler machen.»
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Bild 1 von 2. So sollen die Knödel schlussendlich aussehen. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 2. Jan bekommt einen Warenkorb – mit Vortäuschung. Zutaten, die gar nicht ins Menü gehören, wie zum Beispiel ein Burrata, sind bewusst hineingemischt. Zwei Stunden hat er Zeit, fünf Gäste zu überzeugen. Bildquelle: SRF.
Noah bleibt skeptisch: «Ganz ehrlich: Wenn ich ihm nicht helfe, kriegt er es wohl nicht hin.» Doch eine Challenge ist eine Challenge – Noah hilft Jan nicht.
Das Resultat überrascht. Die Sauce überzeugt: «Die ist wirklich lecker ... Die könnte man in einem Restaurant servieren.» Beim Knödel wird es schwieriger, meint Noah. Sie seien zu teigig und haben nicht genug Ziger drin.
Challenge 2: Auftritt an der Glarus Pride «in Drag»
An der ersten Pride des Kantons soll Jan als Dragqueen auftreten. Fünf Minuten auf der Bühne, um den Hauptact anzukündigen: Dragqueen Mona Gamie.
«Das waren schwierige Stunden bis zu diesem Auftritt», sagt Jan. Im Hotel probiert er Kleider und Perücken an – und ist überrascht: «Ich muss ehrlich sagen, ich war überrascht, wie gut ich aussah.»
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Bild 1 von 4. Ein kleines schwarzes Kleid für Jan? Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 4. Vielleicht als Blondine? Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 4. Jan meint, er sehe in diesem Paillettenkleid aus wie ein Gladiator. Bildquelle: SRF.
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Bild 4 von 4. Auch das wird nicht sein Drag-Outfit. Bildquelle: SRF.
Dragqueen Mona Gamie erklärt ihm die Bedeutung von Drag: «Es ist eine Kunstform, eine Kulturform der queeren Community[…] Das Tolle an Drag ist ja, dass man mit Geschlechterrollen spielen und sie etwas auf die Schippe nehmen kann.»
Langsam wächst Jan in die Rolle hinein: «Ich möchte die schönste Frau der Schweiz werden.» Gleichzeitig spürt er die Blicke: «Es schauen einen schon viele Leute entgeistert an. Ich weiss nicht, ob das am Outfit oder an der nicht sehr eleganten Gehweise liegt.»
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Bild 1 von 4. Kleid, Perücke, Makeup und Schmuck sitzt: Jetzt ab an die Glarner Pride. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 4. Der Weg dorthin in High Heels ist ein wenig wackelig. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 4. Geschafft: Jan kündigt die Dragqueen Mona Gamie an. Bildquelle: SRF.
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Bild 4 von 4. Mona Gamie verzaubert den Güterschuppen mit ihren Chansons. Bildquelle: SRF.
Das Fazit kommt von Mona: «Du siehst fabelhaft aus. […] du hast alles aus dir rausgeholt.» Für sie ist klar: «Diese Challenge ist definitiv erfüllt.»
Challenge 3: Tödi-Besteigung
Zum Schluss geht es hoch hinaus. Der Tödi – mit rund 3600 Metern der höchste Berg des Kantons – wartet. Startpunkt: auf 900 Metern. Dazwischen liegen zwei Tage, viel Neuschnee und eisige Bedingungen.
Begleitet wird Jan von den Bergführern Hans Rauner und Richi Bolt. Rauner beschreibt die Szenerie: «Jetzt musst du dir vorstellen, wie das Sonnenlicht hier reinfällt […] und wir den Gletscher betreten. Das ist abartig.»
Am nächsten Tag geht es um 3 Uhr morgens los, denn die «Gelbe Wand» wartet auf sie. Jan erinnert sich: «Zum Glück seilte mich Hans an. Ich sah nämlich so gut wie nichts.»
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Bild 1 von 5. Auf etwa 2850 Meter erreicht die Gruppe die «Gelbe Wand». Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 5. Kalte Hände und einen Klimmzug: Nichts für Anfänger. Bildquelle: SRF.
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Bild 3 von 5. Ab zum Bifertengletscher. Bildquelle: SRF.
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Bild 4 von 5. Der Neuschnee unter den Schneeschuhen klinge wie Musik schwärmt Bergführer Hans Rauner. Bildquelle: SRF.
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Bild 5 von 5. Challenge erfüllt: Jan schafft es auf den Tödi. Bildquelle: SRF.
Die Tour ist fordernd – aber sie gelingt. Die Bergführer loben Jan: Er habe die Besteigung «toll überstanden».