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Die etwas anderen News Ein Februar voller Schlagzeilen: Olympia, Bargeld, Epstein

Fabienne Hadorn & Gabriel Vetter

Satiriker

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Der Kabarettist und Autor Gabriel Vetter wurde 1983 in Schaffhausen geboren. Seit 2012 läuft seine Sendung «Vetters Töne» auf Radio SRF 1. Fabienne Hadorn wurde 1975 im aargauischen Muri geboren. Sie ist Schauspielerin, Comedienne, Moderatorin, Regisseurin und Tänzerin.

Gemeinsam moderieren sie «Die Sendung des Monats» und werfen einen satirischen Blick auf die Geschehnisse der Zeit.

Der Februar hatte es in sich: Die einen rasten Olympia-Pisten herunter, andere stolperten über die Epstein-Files – und im Alpamare bröckelt die Decke. Ein satirischer Rückblick von Gabriel Vetter und Fabienne Hadorn.

Seitdem das US-Justizministerium über drei Millionen Epstein-Dokumente online gestellt hat, kann jede und jeder zum Trüffelschwein mutieren und im digitalen Dreck wühlen. Auch die Schweiz kommt im Grüsel-Netzwerk um Jeffrey Epstein prominent vor.

So zeigen die Akten, dass er sich für Liegenschaften in Zug interessiert hat. Verständlich. Ihm wurde es wahrscheinlich zu mühsam, jedes Mal nach Moskau zu reisen, um russische Oligarchen zu treffen. Ausserdem in den Files: Die UBS hat für die Epstein-Handlangerin Ghislaine Maxwell mehrere Konten mit Millionen von Dollar verwaltet – und das noch nach ihrer Verurteilung. Wir können uns vorstellen, dass die UBS das Geld nur sicher verwahren wollte. Zumindest bis die Epstein-Opfer volljährig sind.

Ein satirischer Monatsrückblick aus «Die Sendung des Monats»

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In der monatlichen Comedy- und Satire-Show thematisieren Gabriel Vetter und seine Co-Hosts Fabienne Hadorn, Moritz Schädler und Nora Binkert die Befindlichkeiten der Schweiz und nehmen die Geschehnisse des vergangenen Monats auf die Schippe. Alle Sendungen im Stream oder Ende Monat auf der SRF News App verfügbar.

Grenzenloses Taschengeld

Spannend sind auch die Abstimmungs-Files des nächsten Sonntags! Die Bargeldinitiative kommt laut Umfragen bei vielen gut an. Die Initianten möchten folgende Passage in der Verfassung verankern: «Der Bund stellt sicher, dass Münzen oder Banknoten immer in genügender Menge zur Verfügung stehen.» Also bitte. Wer will das nicht? Grenzenloses Taschengeld für alle! Interessant auch die Kampagnenwebsite der Initianten: Dort kann man die Bargeldinitiative zwar finanziell unterstützen, allerdings nur mit Twint.

1000 Professorinnen und Professoren

Auch über die sogenannte Halbierungsinitiative wird viel diskutiert. So hat sich kürzlich ein Unterstützungskomitee aus 1000 Professorinnen und Professoren gebildet, um sich gegen die Initiative zu stellen. Und so sehr wir uns als voreingenommene SRF-Köpfe auch darüber freuen, sind wir hier kritisch. 1000 Professorinnen und Professoren! Es gibt doch kein Szenario, in dem die Schweizer Durchschnittsbevölkerung die Meldung, dass 1000 Professorinnen und Professoren irgendwo auf einmal auftauchen, auch nur annähernd positiv interpretieren würde.

1000 Imkerinnen, okay. 1000 Steuerbeamte, ja. 1000 Eichhörnchen vielleicht. Aber 1000 Professorinnen und Professoren? Das klingt eher wie ein Horrorfilm. Das Einzige, was schlimmer ist als eine Zombie-Apokalypse, ist eine Zombie-Apokalypse, in der die Zombies alle einen Doktortitel haben.

12 Jahre Vorbereitungszeit

Vor allem aber stand der Februar im Zeichen von Olympia. 23 Medaillen räumte die Schweiz in Italien ab. Alleine Franjo von Allmen holte so viele Goldmedaillen, dass Glencore bereits plant, das Simmental aufzukaufen. Kein Wunder hat sich die Schweiz jetzt für Olympia 2038 starkgemacht und eine Bewerbung eingereicht! Dass wir dies als erste Nation konkurrenzlos tun durften, zeigt schön, wie sehr das IOC in Lausanne «vorgespurt» hat – um im Wintersportjargon zu bleiben.

Auch schlau: Da das Volk bereits mehrere Male die Winterspiele an der Urne abgelehnt hat, will man für einmal vorerst ganz darauf verzichten, darüber abstimmen zu lassen. Anscheinend aus Zeitgründen, wie es von offizieller Seite heisst. Riecht das ein wenig nach Schiebung? Wir sind da nachsichtiger. Man will sicherlich einfach verhindern, dass sich darum schlussendlich noch 1000 Professorinnen und Professoren kümmern müssen. Verständlich.

In Luzern jedoch hat man reagiert und laut Stadtregierung «alle nötigen Hotelzimmer für Olympia 2038 bereits reserviert». Bereits jetzt? Unser Tipp an alle Athletinnen und Athleten, die in zwölf Jahren dort einchecken: Die Schokolade auf dem Kissen nicht essen.

SRF 1, Die Sendung des Monats, 1.3.2026, 21.45 Uhr ; 

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