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König: «Ein Urteil mit abschreckender Wirkung»
Aus Sport-Clip vom 17.12.2020.
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Stimmen zum TAS-Entscheid Zufriedenheit und «Sieg des gesunden Menschenverstandes»

Russlands Athleten bleiben 2 statt wie gefordert 4 Jahre gesperrt. Damit können beide Seiten leben. Die Stimmen zum Urteil.

Russland wird im Zuge des Dopingskandals 2 Jahre vom Weltsport ausgeschlossen. Diesen Entscheid begrüsst auch Ernst König, Direktor von Antidoping Schweiz. Es sei «im Sinne des sauberen Sports». Dass der TAS Russlands Einspruch teilweise nachgab und die Athleten nur 2 statt 4 Jahre sperrt, sieht König nicht als grosses Problem: «Die Reduktion der Sperre ist nicht so entscheidend, weil Russland dennoch zwei Olympische Spiele verpasst.» Er attestiert dem Entscheid zudem «abschreckende Wirkung».

Aus den einzelnen Verbänden wurde mitunter auch Kritik an der Entscheidung laut: «Wir sind enttäuscht und verärgert, dass die Sanktionen so deutlich verwässert wurden», kritisierte etwa Maximilian Klein, vom Sportlerbündnis Athleten Deutschland.

Deutlich weniger negativ beurteilte die Welt-Anti-Doping-Agentur, die 4 Jahre verhängt hatte, den Entscheid: «Die Wada ist zufrieden, diesen wegweisenden Fall gewonnen zu haben. Das Gremium hat unsere Erkenntnisse bestätigt, dass russische Behörden die Daten des Moskauer Labors dreist und illegal manipuliert haben, um ein institutionelles Dopingsystem zu vertuschen», so Wada-Präsident Witold Banka.

Das ist ein wichtiger Moment für sauberen Sport und Sportler auf der ganzen Welt.
Autor: Wada

Die Wada betonte auch, dass man die eigene Position trotz des anhaltenden Widerstands Russlands klar belegen konnte und ein ordnungsgemässes Verfahren durchgeführt habe. Das Urteil sei «ein wichtiger Moment für sauberen Sport und Sportler auf der ganzen Welt.» Allerdings sei man auch enttäuscht, dass der TAS nicht alle Konsequenzen bestätigt habe. Dennoch seien dies, die «härtesten Konsequenzen» für ein Land wegen Verstössen im Zusammenhang mit Doping.

Es wäre auch rechtswidrig und unfair, wenn allen Autofahrern die Rechte entzogen würden, nur weil manche von ihnen betrunken am Steuer erwischt wurden.
Autor: Rusada

Die russische Anti-Doping-Agentur würdigte den Entscheid als «Sieg des gesunden Menschenverstandes». Er beweise eine verantwortungsvolle und vernünftige Haltung gegenüber sauberen Sportlern, liess Rusada-Interimschef Michail Buchanow in Moskau verlauten. Er bezog sich dabei vor allem auf den Punkt, dass saubere russische Sportler etwa bei Olympia antreten können.

«Saubere» Athleten sollten nicht für die Taten einiger skrupelloser Sportler verantwortlich gemacht werden, sagte Buchanow weiter. «Es wäre auch rechtswidrig und unfair, wenn allen Autofahrern die Rechte entzogen würden, nur weil manche von ihnen betrunken am Steuer erwischt wurden.» Russland bleibe bereit, die Bedingungen für eine Wiederzulassung der Rusada zu erfüllen, hiess es in der Mitteilung.

SRF 3, News, 17.12.2020, 16:30 Uhr;

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Der CAS hat das WADA-Urteil im Grundsatz bestätigt. Zwei Jahre sind aber ein äusserst mildes Urteil. Auf russischer Seite gab es weder Kooperation noch Einsicht oder Besserung.
    Russland untergräbt die fundamentalen Werte des Sports und sollte solange gesperrt werden bis man sich nachprüfbar an Fairplay hält - egal ob das 20 Jahre oder zwei Monate dauert.
    Mir ist schleierhaft, weshalb der CAS immer wieder Urteile abschwächt und damit die Etablierung klarer Rechtssprechung untergräbt.
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    1. Antwort von Louis Berthold  (Louis Berthold)
      Weil Russland. Theoretisch dürfte, wie bei Lukaschenko in Belarus, kein Land der Welt Putin als rechtmässigen Präsidenten anerkennen. Aber sie haben wohl die Hosen voll...
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