Zum Inhalt springen

Header

Audio
Chronik der Ereignisse im russischen Dopingskandal
abspielen. Laufzeit 03:10 Minuten.
Inhalt

Wegen drohender Sanktionen Russlands Anti-Doping-Chef fordert Reformen

Mit Blick auf drohende Sanktionen zeigt Juri Ganus auf, was Russland tun muss, um eine saubere Sportnation zu werden.

«Insgesamt ist es so, dass einiges faul ist – und an vielen Stellen bei uns Sportfunktionäre ausgewechselt werden müssen», sagte Juri Ganus, Chef der russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA). «Wir brauchen tiefgreifende Reformen.» Allerdings rechnet er nicht mit schnellen Veränderungen beim Umgang mit dem Thema Doping. «Das dauert wohl noch eine Generation.»

Ganus erwartet, dass das Exekutivkomitee der Welt-Anti-Doping-Agentur am 9. Dezember in Lausanne neue Strafen gegen Russland verhängt. «Die Strafen sind wohl unausweichlich», meinte er. Es habe ganz klar Manipulationen an alten Labordaten gegeben.

Sie sind die Geiseln von Fehlern, die Sportfunktionäre in diesem Land verschuldet haben.
Autor: Juri Ganusüber die russischen Sportler

«Ich hoffe aber, dass im Fall eines neuen Banns gegen Russland nicht die Sportler leiden müssen. Sie sind die Geiseln von Fehlern, die Sportfunktionäre in diesem Land verschuldet haben», betonte Ganus. Die Sportler sollten wie bisher wenigstens unter neutraler Flagge antreten dürfen, «damit sie nicht für die Fehler anderer bezahlen».

RUSADA-Chef Juri Ganus.
Legende: Rechnet nicht mit schnellen Veränderungen RUSADA-Chef Juri Ganus. Reuters

Expertenkommission empfiehlt vierjährige Sperre

Wegen der Manipulation von Dopingdaten aus dem Moskauer Analyselabor drohen der RUSADA nach der Sperre wegen des Staatsdopingskandals 2015 neuerliche Sanktionen. Eine unabhängige Expertenkommission hat der WADA-Führung eine vierjährige Sperre empfohlen. Zudem sollen Russlands Sportler bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio und bei den Winterspielen 2022 in Peking nur noch in Ausnahmefällen als neutrale Athleten ohne Nationalflagge starten dürfen.

Die Sitzung des WADA-Exekutivkomitees am kommenden Montag zum Entscheid über Sanktionen gegen Russland wurde von Paris nach Lausanne verlegt. Grund sind die «wahrscheinlichen Störungen und Unsicherheiten aufgrund des bevorstehenden Generalstreiks in Paris», teilte die WADA mit.

Sendebezug: Radio SRF 4 News, Morgenbulletin, 26.11.2019, 06:00 Uhr

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter Imber  (Wasserfall)
    Reformen sind in dieser Sache beim Russischen Staat unbedingt erforderlich. Zu dreist waren die begangenen Dopingvertuschungssünden auf staatlicher Ebene. Das ist unfair und schmerzlich gegenüber all jenen russischen Sportlern, die stets sauber blieben. Nur müsste besonders den Chinesen und gewissen anderen Staaten ebenfalls vermehrt auf die Finger geschaut und festgestellte Vergehen noch rigoroser bestraft werden. Sonst bleibt alles eine Farce.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Reto Derungs  (rede)
      Ich bin völlig mit Ihnen einverstanden. Auch der Anti-Doping-Chef Russlands fordert Reformen. Aber mindestens so dringend müsste die WADA reformiert werden. Da fügt sich ja ein Korruptionsskandal an den anderen. Und wie immer sind die Sportler, die sich nicht zuschulde kommen lassen, die Leidtragenden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ulrich Gurtner  (Ueli Gurtner)
    Wann wird endlich WADA, einer der unfaehigsten und korruptesten Organisationen weltweit, zur Rechenschaft gezogen, fuer Verfaelschungen von sportlichen Anlaessen. Sollte Russland gesperrt werden, gehoert auch WADA bestraft. Schoenschwaetzer und Produzeten von immer neuen Codes, die sie selber nicht mehr interpretieren koennen. Ich selber bin whistleblower und von WADA nur angelogen und veraeppelt worden!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Na ja, da werden wahrscheinlich wieder Sportler getroffen, die seit Jahren unzählige saubere Dopingproben abgeliefert haben. Ich finde es toll, dass die meisten Sportverbände die russischen Sportler zulassen und behandeln wie alle anderen. So dürfen beispielsweise beim Skiverband, bei den Biathleten, beim Radsportverband, beim Eishockey oder beim Fussball die Russen unter ihrer Nation antreten. Und solange die einzelnen Athleten nicht positiv auf Doping getestet werden ist das auch richtig so.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Josef Graf  (Josef Graf)
      Grundsätzlich stimmt, was Sie schreiben, Herr Derungs. Das Problem besteht aber darin, dass vermutlich Daten von oder über Dopingproben manipuliert wurden, wodurch eben mit grosser Wahrscheinlichkeit auch positive Proben vertuscht worden sein können. Es kann also Athlet/innen geben, welche zwar gegen aussen "sauber" erscheinen, aber doch positiv auf Doping getestet wurden. Ich finde das "Herausfiltern" der "neutralen" Sportler/innen an sich gut, doch sollten diese für Ihr Land antreten können.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen