Der letzte Titel des Rekordmeisters in der National League liegt schon eine Weile zurück: 2015 durfte man den Pokal im Landwassertal letztmals in die Höhe stemmen. Die Qualifikation, die der HC Davos mit 117 Punkten aus 52 Spielen überlegen auf Platz 1 abschloss, weckt daher die ganz grossen Träume. Was, wenn der Lauf in den Playoffs einfach seine Fortsetzung findet?
Heilsame Halbfinal-Niederlage?
Natürlich garantiert die beste Regular Season noch für nichts, doch die Aussichten waren selbstverständlich auch schon düsterer. Bereits letzte Saison war der HCD nahe dran, verlor aber im Playoff-Halbfinal in sechs Spielen gegen den späteren Meister ZSC.
Genau darin sieht Trainer Josh Holden nun einen Schlüssel für den aktuellen Höhenflug. «Wir spürten, dass nicht viel fehlte. Die Spieler waren gewillt, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Ab dem 1. August fuhren wir mit der gleichen Einstellung weiter. Immer mit dem Ziel, uns zu verbessern.» Dabei habe geholfen, dass das Gros der Mannschaft zusammengeblieben sei – auch wenn die erfahrenen Kräfte Marc Wieser und Andres Ambühl nach ihren Rücktritten wegfielen.
Stransky mit Meisterstück vor Abgang?
In Ambühls riesige Fussstapfen als Captain trat Matej Stransky. Die zusätzliche Verantwortung hemmte ihn nicht: Auch diese Saison sind seine Skorerwerte (mit 28 Toren bester Schütze der Liga, dazu 25 Assists) hervorragend. Nur läuft die Zeit des 32-Jährigen nach fünf Jahren ab: Aus familiären Gründen kehrt er auf die nächste Spielzeit zurück nach Tschechien. Er heuert bei Pardubice an.
Ich denke noch nicht daran. Schliesslich haben wir hier noch etwas zu erledigen.
«Diesen Entscheid zu treffen, war sehr hart. Hier wurde ich zu dem Spieler, der ich heute bin. Meine Mitspieler haben mir dabei sehr geholfen», sagt Stransky. Auch seine zwei Kinder seien während der Zeit in Davos auf die Welt gekommen. Den nahenden Abschied hält er so gut wie möglich auf Abstand. «Ich denke noch nicht daran. Schliesslich haben wir hier noch etwas zu erledigen. Ich kann es kaum erwarten, dass die Playoffs beginnen.»
Titelhunger nach Spengler Cup nicht gestillt
Der Aussage, dass es für den HCD mit der Leaderfigur Stransky einfacher ist, den Titel zu holen, würde wohl kaum ein Fan der Bündner widersprechen. Erwächst daraus zusätzlicher Druck? Stransky winkt ab: «Druck hat man als Import-Spieler in dieser Liga immer. Für mich ändert sich also nicht so viel.»
Captain wie Trainer hoffen, dass im Hinblick auf ein gutes Abschneiden in den Playoffs die Erfahrung des gewonnenen Spengler Cups noch von Wert sein könnte. «Da haben wir 5 Spiele in 5 Tagen absolviert und gesehen, was es braucht, um zu gewinnen. Das war vielleicht ein kleiner Wendepunkt für uns», so Holden.