Seit der Einführung der Best-of-7-Serien 1998 haben sich in den 7. Spielen der National-League-Playoffs 42 von 51 Mal die Heimteams durchgesetzt. Im Playoff-Final kam es bisher 9 Mal zu einem entscheidenden 7. Spiel: 5 Mal gewann das Heimteam, 4 Mal das Auswärtsteam. Zuletzt sprach der Heimvorteil allerdings klar für sich. So liefen die 9 bisherigen Final-Finalissime ab:
7. April 2001: Die Schande von Lugano
Die erste Finalissima war an Dramatik nicht zu überbieten. In der 11. Minute der Verlängerung zirkelte Morgan Samuelsson den Puck ins Lattenkreuz und bescherte dem ZSC mit dem 2:1 die erfolgreiche Titelverteidigung. Was dann folgte, bleibt ein Schandfleck in der Geschichte des Schweizer Hockeys. Im Tessin lagen die Nerven nach 3 vergebenen Meisterpucks blank. Gleich nach der Pokalübergabe mussten die Zürcher wegen randalierender Fans in die Garderobe flüchten.
9. April 2007: Robin Leblancs Schuss ins Glück
Der Playoff-Final endete am Ostermontag nach sieben Heimsiegen mit dem knappsten aller Resultate. In der 45. Minute erzielte Robin Leblanc den einzigen Treffer zum Davoser 1:0 gegen Bern.
13. April 2009: Davos gewinnt diesmal auswärts
Auch zwei Jahre später holte sich der HCD von Trainer Arno Del Curto den Meistertitel in einer Finalissima, diesmal aber auswärts. Dino Wieser und Reto von Arx erzielten die Tore zum entscheidenden 2:1 in Kloten. Parallele zur aktuellen Serie: Davos verpasste den Matchpuck in Spiel 6 in der Verlängerung. Vor 17 Jahren gab es aber nach zwei Heimsiegen zum Auftakt nur noch Auswärtserfolge.
24. April 2010: Bern verhindert Servettes ersten Meistertitel
Der SC Bern vergab in den Spielen 5 und 6 zwei Matchpucks und geriet zuhause bereits nach 80 Sekunden in Rückstand. Bis zur 43. Minute wendeten die Berner aber mit 4 Toren das Blatt und brachten das 4:1 über die Zeit – sehr zur Freude von 17'131 Zuschauern.
17. April 2012: McCarthy 2,5 Sekunden vor Schluss
Zwei Jahre später vergab der SCB zwei Meisterpucks und bezahlte bitter dafür. 2,5 Sekunden vor Schlusssirene schoss der kanadische Verteidiger Steve McCarthy den ZSC zum Titel. Die Zürcher hatten die Qualifikation nur als 7. abgeschlossen. Unter den Berner Fans sind viele bis heute überzeugt, dass der Treffer wegen einer Goaliebehinderung an Marco Bührer nicht hätte zählen dürfen.
27. April 2018: Meistertitel bei Segers Dernière
Wieder gewannen die ZSC Lions eine Meisterschaft in Lugano. Der heutige Captain Patrick Geering schoss beim 2:0-Sieg schon in der 7. Minute das wegweisende 1:0. Mathias Seger beendete seine Karriere mit einem Glanzlicht.
1. Mai 2022: Zug mit dem «unmöglichen» Comeback
Erstmals drehte ein Team einen Playoff-Final, nachdem es die ersten drei Partien verloren hatte. Leonardo Genoni brachte die ZSC-Stürmer trotz frühem 0:1 zur Verzweiflung, Dario Simion zeichnete sich beim 3:1 als Doppel-Torschütze aus.
27. April 2023: Servette erster Meister der Romandie seit 1973
Servette wurde dank eines 4:1‑Heimsiegs gegen Biel erstmals in seiner Klubgeschichte Schweizer Meister – als erster Verein aus der Romandie nach La Chaux-de-Fonds genau 50 Jahre davor. Die Entscheidung fiel durch einen Doppelschlag des finnischen Verteidigers Sami Vatanen schon früh.
30. April 2024: ZSC mit lauter Heimsiegen
In einer intensiven Finalserie gewannen die ZSC Lions und Lausanne alle ihre Heimspiele. Beim ersten Titel in der neuen ZSC-Halle schossen die Nordländer Jesper Fröden und Juho Lammikko die Tore zum 2:0-Sieg.