Eine Karriere für Gottéron: Julien Sprunger ist seinem Klub über 20 Jahre lang treu geblieben, nun steht er vor seinem letzten Heimspiel – und womöglich seinem letzten Auftritt als Profi überhaupt.
Wenn der 40-Jährige am Dienstagabend in der BCF-Arena aufs Eis läuft, wird es nur ein Ziel geben: Davos im 6. Spiel der Playoff-Finalserie zu schlagen und damit die «Belle» zu erzwingen. Und die Hoffnungen auf den ersten Meistertitel der Freiburger Klubgeschichte aufrecht zu erhalten.
Charisma und Leidenschaft
Gleichzeitig wird sich die Klublegende von den Heimfans verabschieden müssen – und eine grosse Lücke hinterlassen. «Im Kanton Freiburg ist er ein Gott», bringt es ein Gottéron-Anhänger vor dem SRF-Mikrofon auf den Punkt.
Wenn es um Sprunger geht, fallen bei den Fans auch Begriffe wie «Charisma», «Leidenschaft» oder «Leader». All das geht dem Klub nach der Karriere seiner Nummer 86 verloren.
Ewiges Podest ausser Reichweite
Seit 2004 ist der in der Gemeinde Grolley im Kanton Freiburg aufgewachsene Sprunger fester Bestandteil des Fanionteams im Üechtland. Seit 10 Jahren führt er die «Drachen» als Captain aufs Eis.
Mit seinen 827 Skorerpunkten (413 Tore und 414 Assists) in bis dato 1184 Partien ist Sprunger die unangefochtene Nummer 1 der noch aktiven Spieler. In der ewigen Bestenliste reichen diese Zahlen zu Platz 4 hinter Peter Jaks (894), Gil Montandon (859) und Christian Dubé (839). Auf seinen ehemaligen Teamkollegen und Trainer Dubé fehlen 12 Zähler – das dürfte er nicht mehr aufholen.
«Rekord-Entscheider»
Was Sprunger in seiner langjährigen Karriere immer wieder ausgezeichnet hat: Dann zur Stelle zu sein, wenn es wirklich zählte. Bereits 19 Mal hat er ein Playoff-Spiel höchstpersönlich in der Verlängerung entschieden – das ist Rekord in der National League. Auch in Spiel 3 der laufenden Finalserie in Davos hatte Sprunger zur Entscheidung getroffen.
Nummer 20 würde der abtretenden Freiburg-Legende am Dienstag gelegen kommen.