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Frehner mit Appell an Fans «Nicht-Tor» mit Folgen: Schon jetzt ist im Final Zunder drin

Die Emotionen überborden in Davos bereits im ersten Playoff-Finalspiel gegen Fribourg-Gottéron.

Zwei Eishockeyspieler kämpfen auf dem Eis.
Legende: Der Frust muss raus Filip Zadina liefert sich kurz vor Schluss eine Prügelei mit einem Freiburger. Keystone / Gian Ehrenzeller

Ungeachtet der eigenen Leistung fand der HC Davos in dieser Saison fast immer einen Weg, Spiele noch für sich zu entscheiden. Und als die Bündner im ersten Spiel des Playoff-Finals gegen Freiburg innert 12 Sekunden (!) von 0:3 auf 2:3 verkürzten, rechnete wohl auch ein Grossteil der Freiburger Anhänger noch mit dem Ausgleich.

Kurz vor Schluss fiel dieser tatsächlich noch. Doch der HCD hatte die Rechnung ohne den Freiburger Goalietrainer David Aebischer gemacht, der Roger Rönnberg eine Coach's Challenge nahelegte. Trotz des Risikos entschied sich der Schwede für diese Massnahme und erhielt vom Schiedsrichtergespann Recht. Goalie Reto Berra war demnach von Brendan Lemieux behindert worden.

Tumult hinter der Spielerbank

Yannick Frehner wollte die strittige Szene nicht als Ausrede gelten lassen. «Ich halte mich da raus. Wir sind selbst Schuld, dass wir uns in diese Situation gebracht haben. Jetzt den Schiris die Schuld zu geben, ist einfach, aber das können wir nicht machen.»

Einige Fans spuckten auf unsere Spielerbank, einer hatte ein Kind auf dem Arm.
Autor: Lars Leuenberger Assistenztrainer von Freiburg

Für einige Spieler und Fans war das «Nicht-Tor» dennoch zu viel des Guten. Ein Davoser Anhänger goutierte den Entscheid überhaupt nicht und versuchte, die Freiburger Spielerbank zu attackieren. Er wurde am Ende aus der Halle geführt.

«Einige Fans spuckten auf unsere Spielerbank, einer hatte ein Kind auf dem Arm, ich habe ihm gesagt, er sei wohl nicht der Vater des Jahres», beschrieb Gottérons Assistenztrainer Lars Leuenberger die tumultartigen Szenen kurz vor Spielende.

Keine Folgen für Lemieux

Eine klare Meinung vertrat auch Rönnberg: «Es gibt erwachsene Menschen im Stadion, die es bedauern werden, wie sie sich verhalten haben», sagte er über die Zuschauer. Es seien schliesslich Kinder anwesend, und für die sollten sie ein Vorbild sein. «So darf man sich nicht benehmen. Ich hoffe, dass sich Davos entschuldigen wird und dass diese Leute beim Spiel 3 nicht mehr dabei sein dürfen.»

Auch der vermeintliche Torschütze Lemieux leistete sich drei (!) Sekunden vor der Schlusssirene und in aussichtsloser Situation noch ein übles Frustfoul am Gottéron-Leistungsträger Christoph Bertschy. Lemieux erhielt eine Matchstrafe, kommt aber ohne Spielsperre davon. Die Liga hat den Antrag Freiburgs, die Szene vom Einzelrichter überprüfen zu lassen, am Sonntag abgelehnt.

Frehners Appell

Frehner fand klare Worte zum Verhalten auf der Tribüne: «Was diese Fans gemacht haben, sollte man nicht machen», mahnte er die eigenen Anhänger. «Lasst uns das auf dem Eis ‹auskäsen›. Es ist schön, wenn sie rufen, aber bitte nicht auf die anderen Spieler losgehen.»

Eine besonnene Stimme nach einem emotionalen Finalauftakt. Ob sie nachhallen wird, wird sich am Montag in Freiburg zeigen.

Playoff-Finalserie Davos vs. Gottéron

SRF zwei, Sportflash, 16.4.26, 20:00 Uhr ; 

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