Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Groulx seit 1 Woche am Ruder Der neue EVZ-Coach muss das Schiff wieder auf Kurs bringen

Seit einer Woche ist Benoît Groulx Trainer beim EVZ. Olympia kommt für ihn zur rechten Zeit.

Mann in Anzug schreit während eines Eishockeyspiels.
Legende: Muss die Spieler erst noch richtig kennenlernen Benoît Groulx. Keystone/Patrick B. Kraemer

Zug hat turbulente Tage hinter sich. Nach einem Horrorstart ins neue Jahr mit zehn Niederlagen in Folge (acht davon in der National League) zog die sportliche Leitung letzte Woche die Reissleine und zauberte mit Benoît Groulx einen Trainer aus dem Hut, den in der Schweiz keiner auf der Rechnung hatte.

Groulx arbeitete bis Mitte November in der russischen KHL bei Traktor Tscheljabinsk, zuvor in Kanada und den USA bei Junioren- und Minor-League-Teams. «Es ist nicht so, dass ich die Schweizer Liga gar nicht kenne», verrät der 57-Jährige. «Ich habe sie online durchaus verfolgt. Aber es gibt nichts Besseres, als hinter der Bande zu stehen, um das Niveau hautnah zu sehen.»

Siegeswille? Fehlanzeige

Die Spieler sind sich ihrer Verantwortung durchaus bewusst, dass Groulx' Vorgänger Michael Liniger nach weniger als einem halben Jahr seinen Job bereits wieder los war. «Auf jeden Fall fühlt man sich schuldig», gesteht Stürmer Sven Senteler gegenüber Keystone-SDA. «Ich glaube, ein schlechtes Gewissen hat jeder. Es ist sicher nicht so, dass wir gegen Liniger gespielt haben.»

Von schlechtem Gewissen und dem unbedingten Willen, wieder etwas gutzumachen, war am Dienstagabend in Davos allerdings nichts zu sehen. Bereits nach 37 Sekunden lag Zug gegen den Leader im Rückstand, am Ende war das Resultat von «nur» 1:4 noch das Beste am EVZ-Auftritt. Der Klub steckt mitten im Kampf um einen Platz in den ersten zehn, der via Play-in noch in die Playoffs führen könnte. Der absolute Siegeswille? Fehlanzeige.

Sentelers Analyse ist schonungslos. «Wir haben den Start verschlafen, wir waren nicht bereit», sagt der 33-Jährige. «Das, was wir in den letzten zwei Spielen gut gemacht haben, liessen wir diesmal etwas vermissen. Den Kampfgeist, den zweiten Effort, um die Scheibe wieder zu gewinnen, das Backchecking. Das war alles solala.»

Aus der Todesspirale finden

Nun liegt es am neuen Trainer, das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Ein Wunderrezept hat der Frankokanadier nicht. «Den Spielern das Selbstvertrauen zurückgeben», streicht Groulx als wichtigsten Punkt heraus. Denn zuletzt gerieten sie in eine «Todesspirale, aus der wir uns einfach nicht lösen konnten», wie es Senteler formuliert.

Wie möchte Groulx den EVZ aus dieser Negativspirale führen? «Ich glaube sehr stark an bestimmte Dinge», sagt er. «Manche Dinge sind nicht verhandelbar. Aber das ist doch bei jedem Coach so.»

Diese Woche warten auf Zug mit Lausanne und den ZSC Lions noch einmal zwei starke Gegner, dann folgt aber die Olympiapause. Für Groulx ein Segen. Danach sieht man vielleicht die Handschrift des in der Schweiz bisher kaum bekannten Kanadiers.

Übersicht

Audio-Konferenz auf srf.ch/sport, 27.01.2026, 19:45 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel