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HCL und LHC tun sich schwer Die Kunst des Toreschiessens in den Playoffs

Die Aussenseiter Lugano (0:3 bei den ZSC Lions) und Lausanne (0:1 bei Genf-Servette) bleiben zum Auftakt der Playoff-Viertelfinals ohne Torerfolg. Zufall ist das nicht.

Drei Eishockeyspieler des HC Lugano auf dem Eis stehend.
Legende: Enttäuschte Gesichter bei Lugano nach der Niederlage in Zürich. Keystone/Claudio Thoma

Denis Malgin hatte gut reden. «Du kannst schiessen, so viel du willst, wenn du sie nicht machst, bringt es nichts», sagte der Ausnahmestürmer der ZSC Lions im TV-Interview mit Mysports und lächelte verschmitzt. Er hatte dieses Problem nicht. Bei seiner Rückkehr nach einer Schulterverletzung, die er sich im Olympiaturnier in Mailand zugezogen hatte, erzielte Malgin zwei der drei Zürcher Tore.

Seine Aussage bezog sich auf die Besucher aus dem Tessin, die spielerisch mindestens ebenbürtig waren, aber aus 24 Schüssen aufs Tor nichts Zählbares herausholten. «Wir hätten ein besseres Resultat verdient», fand Luganos Verteidiger Mirco Müller, der sich seinen 30. Geburtstag mit Sicherheit anders vorgestellt hatte. Sein Team spielte gut, doch der Weg zur ersten gewonnenen Playoffserie seit acht Jahren wird hart und steinig.

Engere Räume, weniger Zeit

Playoffs bedeutet auch, dass das Toreschiessen noch einmal deutlich schwieriger wird als in der langen Qualifikation. Die Räume sind enger, die Gegner stärker, die Anspannung grösser, die Zeit kürzer. Das musste auch Lausanne erkennen, das in Genf in 60 Minuten ebenfalls erfolglos blieb.

Im Gegensatz zu Lugano kam es aber im Léman-Derby zu deutlich weniger Chancen, obwohl Coach Geoff Ward auf fünf ausländische Stürmer setzte. Defensiv standen aber auch die Waadtländer gut und machten dem formstarken Servette, das sich nach harzigem Saisonstart und einem Trainerwechsel von Yorick Treille zu Ville Peltonen deutlich gesteigert hat, das Toreschiessen ebenfalls schwer – bis Jesse Puljujärvi in der 59. Minute doch noch die entscheidende Lücke fand.

Der Auftakt in den anderen beiden Viertelfinal-Serien am Freitag (4:3 von Davos gegen Zug und 5:2 von Rapperswil-Jona in Freiburg) war eher untypisch für Playoff-Hockey, vielleicht, weil die beiden Heimteams eine lange Pause hatten und die beiden Gästemannschaften einen guten Rhythmus hatten.

Defensive Stabilität

In den Samstagsspielen war die defensive Stabilität Trumpf. Lugano unternahm viel, um die Defensive der Zürcher zu knacken. «Wir hatten einen guten Rhythmus, konnten gut pushen», zeigte sich Captain Calvin Thürkauf mit der Leistung zufrieden. «Aber die zwei kleinen Fehler, die wir uns leisteten, haben sie kaltblütig ausgenützt.»

Es ist auch der Unterschied zwischen einem Team, das seit drei Jahren keine Playoff-Serie mehr verloren hat, als erstes Team in diesem Jahrhundert den dritten Meistertitel in Serie anstrebt und mit Malgin einen Spieler zurück hat, der jederzeit den Unterschied ausmachen kann. Und einem Team, das seit Jahren den früheren Erfolgen hinterherrennt.

Das fehlende Millimetergück

Lugano hat unter seinem neuen schwedischen Trainer Tomas Mitell in dieser Saison einen grossen Schritt nach vorne gemacht. Es hatte am Samstagabend auch das Millimeterglück nicht auf seiner Seite.

In der 37. Minute düpierte Luca Fazzini den gewohnt starken ZSC-Goalie Simon Hrubec mit einem technisch brillanten Penalty. Der Puck ging aber an die Unterkante der Latte und blieb anschliessend auf der Torlinie liegen. Das 1:1 hätte die Partie in andere Bahnen lenken können.

So aber muss Lugano am Montag zuhause einen neuen Anlauf nehmen, endlich eines – oder noch besser mehrere – dieser so schwierig zu erzielenden Tore zu erzielen. Und damit auch unter Beweis stellen, dass es wieder ein echtes Playoff-Team geworden ist.

Resultate

Radio SRF 1, Abendbulletin, 21.03.2026, 22:05 Uhr ; 

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