Über vier Minuten am Stück konnten die Lakers am Montag in Spiel 6 der Playoff-Viertelfinalserie gegen Freiburg in der Schlussphase Powerplay spielen, knapp die Hälfte davon gar in doppelter Überzahl.
Reto Berra musste zwar ein, zwei Mal eingreifen. Ernsthaft ins Schwitzen brachten die Gastgeber den Gottéron-Schlussmann aber nicht. Und so schaukelte Freiburg den 3:1-Vorsprung über die Zeit, schaffte abermals das Rebreak und erzwang die «Belle» am Mittwoch in der Saanestadt.
Horror-Statistik in Überzahl
Die besagte Powerplay-Situation steht symptomatisch für den Totalausfall des Überzahlspiels beider Teams in den Playoffs. Sowohl die Lakers als auch Freiburg weisen nach immerhin schon sechs Partien eine Ausbeute des Grauens auf:
- Gottéron: 28 Powerplay-Gelegenheiten, 0 Tore, Effizienz = 0%
- Lakers: 30 Powerplay-Gelegenheiten, 1 Tor, Effizienz = 3,33%
Erklärbar ist die Überzahl-Schwäche besonders bei den Freiburgern nicht. In der Regular Season erzielte das Team von Trainer Roger Rönnberg die meisten Powerplay-Tore aller Teams (41) und wies nach 52 Partien die drittbeste PP-Effizienz auf (23,7%).
Ja, mit Marcus Sörensen fehlt Gottéron ein Anker im Überzahlspiel. Doch auch ohne den Schweden verfügt der Quali-Zweite über mehr als genug Qualität, um im Powerplay zu reüssieren.
Lakers-Boxplay unbezwungen
Auf Seiten der Lakers ist zu erwähnen, dass das Powerplay bereits in der Quali keine Stärke gewesen war. Ihre Erfolgsquote von 17,9% war ligaweit der drittschlechteste Wert. Auch in Unterzahl waren die Rosenstädter in der Regular Season unterdurchschnittlich unterwegs (77,98% / Rang 10).
Ganz anders in den Play-Ins und Playoffs, wo der SCRJ auch nach zusammengezählt 10 Partien noch bei der sagenhaften Boxplay-Quote von 100 Prozent steht. Weder Zug und Bern in den Play-Ins noch Freiburg in den Playoffs brachten gegen Rapperswil-Jona in total 38 Überzahlsituationen einen Treffer zustande.
Ein Powerplay-Tor, vier Shorthander
Tatsächlich ist das schier unfassbare Szenario weiter möglich, dass Gottéron ohne einen einzigen Powerplay-Treffer den Halbfinal erreicht. Oder andersrum: Rapperswil-Jona könnte trotz einer perfekten Boxplay-Bilanz ausscheiden.
Das letzte Kapitel in der Serie zwischen Freiburg und den Lakers verspricht Spannung. Nach dem bisherigen Verlauf würde es kaum verwundern, wenn am Ende ein Unterzahltor den Unterschied macht. Schliesslich lautet das Verhältnis Powerplay-Tore : Shorthander in dieser irrwitzigen Serie 1:4.