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Nach «Schock-Entscheid»: Berner Klubs wehren sich gemeinsam
Aus Sport-Clip vom 19.10.2020.
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Nach Entscheid vom Kanton Bern Finanzielle Sorgen und Zusammenhalt bei Biel, Langnau und Bern

Die 3 National-League-Klubs hadern mit der 1000-Zuschauer-Regel des Kantons. Wir haben mit den CEO gesprochen.

Der Ärger ist gross. Bei den National-League-Klubs SC Bern, EHC Biel und SCL Tigers fallen die Reaktionen auf den Entscheid des Kantons, Grossveranstaltungen wieder auf 1000 Zuschauer zu beschränken, ähnlich aus. Unisono wird von einem «Schlag ins Gesicht» und «grosser Enttäuschung» gesprochen. Besonders gross ist das Unverständnis, weil die Schutzkonzepte überall hervorragend umgesetzt worden seien.

Am Tag nach dem grossen Erdbeben haben wir noch einmal mit den CEO der 3 Klubs gesprochen. Dabei ging es um folgende Themen:

Unverständnis

Daniel Villard (CEO EHC Biel): «Es ist einfach ein riesiger Nachteil für uns. Wir haben schon den ganzen Sommer über gesagt, dass es für die nationalen Ligen auch nationale Lösungen braucht. Weil es nicht funktioniert, wenn ein Kanton etwas anderes macht als die anderen. Das funktioniert einfach nicht, zumindest nicht auf Dauer.»

Peter Jakob (CEO SCL Tigers): «Wenn der Kanton einfach so vorprescht, dann hat man nicht begriffen, dass Fussball und Eishockey eine schweizweite Angelegenheit sind. Die Massnahme macht die Spiele ungleich und das ist nicht fair und nicht korrekt. Wenn der Bund entscheiden würde, dass es für alle Regionen so ist, dann würden wir es selbstverständlich akzeptieren. Aber dieses Vorpreschen ist einfach daneben.»

Marc Lüthi (CEO SC Bern): «Für uns wäre es sehr angebracht gewesen, wenn man einen Entscheid, den man bereits am Freitag getroffen hat, zuerst mit uns besprochen hätte. Dass man uns vorgewarnt und gesagt hätte, dass wir dies oder jenes ändern müssen. So wie es jetzt gelaufen ist, dafür finde ich keine Worte.»

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Die Reihen in den Berner Stadien lichten sich wieder
Aus Sport-Clip vom 18.10.2020.
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Das ist unkalkulierbar. Im Moment sind wir einfach im Blindflug. Wir wissen nicht, wie die Saison weitergeht.
Autor: Peter JakobCEO SCL Tigers

Finanzielle Folgen

Villard: «Spiele mit 1000 Zuschauern sind wirtschaftlich nicht tragbar. Falls wir Ende Saison sowohl den Abonnenten als auch den Sponsoren Geld zurückzahlen müssen, dann haben wir ein grosses Problem und es ist dann die Frage, ob man das überstehen kann. Falls die 1000er-Regel bis Ende Saison gelten sollte, kann man davon ausgehen, dass es den Spitzensport in dieser Form nicht mehr geben wird.»

Jakob: «Je weniger wir den Gästen und den Sponsoren, die im Voraus gezahlt haben, bieten können, desto grösser ist die Gefahr, dass Ende Saison zurecht Rückforderungen kommen werden. Das ist unkalkulierbar. Im Moment sind wir einfach im Blindflug. Wir wissen nicht, wie die Saison weitergeht. Wir werden sicher alles dafür tun, dass der Klub weiterhin bestehen kann.»

Lüthi: «Wir haben jetzt schon ein Loch von 4,5 Millionen Franken bei 6750 Zuschauern. Jetzt müssen wir es so machen, dass es zumindest für kurze Zeit überlebensfähig ist. Da werden wir Lösungen treffen müssen, die nicht unbedingt populär sind, die uns aber das Überleben sichern.
Wir sind uns bewusst, dass Rückforderungen kommen können, das war auch so budgetiert. Aber wenn sich das jetzt noch akzentuiert, dann wird es noch einmal schwieriger.»

Wir versuchen jetzt, mit dem Regierungsrat Kontakt aufzunehmen, damit wir zusammensitzen und das Ganze ein bisschen differenzierter anschauen können.
Autor: Marc LüthiCEO SC Bern

Nächste Schritte

Villard: «Wir haben uns mit den 2 anderen Klubs aus dem Kanton abgesprochen, dass wir bis zur Nati-Pause Anfang November die Spiele so durchführen werden. Dann muss es eine neue Bestandesaufnahme geben. Im Moment bleibt uns nichts anderes übrig, als für die Tickets ein Auswahlverfahren zu machen.»

Lüthi: «Wir versuchen jetzt, mit dem Regierungsrat Kontakt aufzunehmen, damit wir zusammensitzen und das Ganze ein bisschen differenzierter anschauen können. Dass man nicht einfach sagt, Grossanlässe sind verboten oder auf 1000 beschränkt. Wir arbeiten mit den anderen Klubs zusammen, soweit es geht. Und jeder Klub versucht zudem auf seinen Kanälen, das Möglichste zu machen.»

Offener Brief vom SCB und den Young Boys

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Die beiden Sport-Klubs richten sich mit einem offenen Brief an die Berner Kantonsregierung. Sie können ihn in voller Länge hier , Link öffnet in einem neuen Fensternachlesen.

Radio SRF 4 News, Nachmittagsbulletin, 18.10.2020 15:00 Uhr;

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Räber  (Andreas Räber)
    Es ist sicher richtig und wichtig zu handeln. Das dass Gesundheitswesen von einer Überflutung geschützt werden muss, leuchtet ein. Die 1000er Obergrenze wird nicht den örtlichen Verhältnissen der jeweiligen Klubs gerecht. Er ist nicht nachvollziehbar. Wenn der SC Langenthal 1000 Besucher hat, ist das nicht das Gleiche, wie YB, der SCB, Biel, Langnau. Es braucht nicht relative Zahlen, sondern Prozentuale Anteile. Z. B. 30 % des Fassungsvermögens, dürfen rein. Das wäre viel fairer.
  • Kommentar von Cedric Kammermann  (Pcedie)
    Meiner Meinung nach versucht der Kanton von den wahren Problemen abzulenken. Z.B. funktioniert das Contact-Tracing überhaupt nicht. Wenn man positiv getestet wurde, dauert es 3-4 Tage bis man kontaktiert wird. Sogar wenn man selber das Contact-Tracing anrufen möchte funktioniert das nicht! Anderes Beispiel: Bei Symptomen wird einem im Spital gesagt, dass man grundsätzlich erst nach 2-3 Tagen, wenn es schlimmer wird, teste!
    Ich frage mich, was die im ruhigen Sommer getan haben??
  • Kommentar von Christian Stäheli  (Christian Stäheli)
    Als Gottéron-Fan bekunde ich Solidarität mit den Berner Clubs! Sie haben viel gemacht und sollen jetzt nicht abgestraft werden.