Zum Inhalt springen

Header

Video
National League mit neuer Ausländer-Regelung
Aus powerplay vom 29.01.2021.
abspielen
Inhalt

Reaktionen zur Ligareform Der «schweizerische Kompromiss» vermag die Wogen nicht zu glätten

7 statt wie ursprünglich geplant 10 Ausländer ab 2022: Nicht alle sind einverstanden mit der geplanten Erhöhung in der National League.

Das Argument von Liga-CEO Denis Vaucher und den Klubs ist klar: Durch die Erhöhung des Ausländer-Kontingents steigt das Angebot an verfügbaren Spielern. Bei gleichbleibender Nachfrage sollen nun die (Lohn-)Kosten für einzelne Spieler kleiner werden.

«Bisher konnten die Klubs diese Löhne generieren, doch angesichts der schweren Wirtschaftskrise mussten Massnahmen ergriffen werden», gibt Vaucher zu bedenken.

Video
Vaucher: «Man erhofft sich, die Kosten zu reduzieren»
Aus Sport-Clip vom 29.01.2021.
abspielen

Auch das Financial Fairplay soll die Reduktion des Lohnbudgets unterstützen. So soll eine Lohn-Obergrenze festgesetzt werden. Wer diese überschreitet, muss den anderen Klubs eine «Ausgleichszahlung» leisten.

Marc Lüthi, der CEO des SC Bern, bezeichnete die neue Lösung als «tipptopp in Kombination mit dem Financial Fairplay». Dessen Pendant bei den ZSC Lions, Peter Zahner, sagte: «Ich bin nicht glücklich, es ist ein Kompromissvorschlag, mit dem wir leben müssen.» Die Lions kämpften bis zuletzt gegen die Erhöhung der Ausländerzahl, dennoch kam die nötige Dreiviertel-Mehrheit zu Stande.

Video
ZSC-Lions-CEO Peter Zahner zur neuen Ausländer-Regelung
Aus powerplay vom 29.01.2021.
abspielen

Swiss Ice Hockey und Nationalcoach mit Ablehnung

Swiss Ice Hockey distanziert sich vom Entscheid der National League in einer Medienmitteilung: «Wir befürchten durch diese Massnahme negative Konsequenzen für das gesamte Schweizer Eishockey, den Nachwuchs und unsere Schweizer Spieler. Mit Unverständnis nehmen wir ausserdem zur Kenntnis, dass weder die Verbandsführung noch die Nationalmannschaften im Vorfeld in die entsprechenden Diskussionen der Liga rund um die Zukunft unseres Eishockeys involviert wurden und keine Detailkenntnisse über die gefällten Beschlüsse haben.»

Nationaltrainer Patrick Fischer fand klare Worte: «Ich finde es gefährlich und ein schlimmes Zeichen für unsere jungen Spieler. Es ist ein trauriger Tag, der Entscheid ist überhaupt nicht im Sinn des Schweizer Eishockey.»

Auch Spielervereinigung nicht erfreut

Jonas Hiller, der Präsident der Spielergewerkschaft, war zwar erfreut darüber, dass die Erhöhung geringer wie befürchtet ausfiel. Der frühere Top-Torhüter bemängelte aber, dass die Spieler nicht in den Entscheidungsprozess miteinbezogen worden seien. «Das ist für uns frustrierend und hinterlässt einen faden Beigeschmack», sprach er Klartext.

Positiv findet Hiller, dass der Status Lizenz-Schweizer bis zum 22. Altersjahr beibehalten wird. «Das ist ein Schritt, der zeigt, dass diese Spieler respektiert werden. Wir werden nun aber sicher nochmals intern diskutieren, ob wir das so akzeptieren wollen.»

Auch die SRF-Eishockey-Experten Mario Rottaris und Christian Weber hatten sich kritisch gegenüber der Thematik geäussert. Letzterer bekräftigte seine Aussagen nach der Bekanntgabe der Reform. «Für mich ist das ein typisch schweizerischer Kompromiss. Ich finde es schade. Ich bleibe dabei: Es wäre besser gewesen, bei 4 Ausländern zu bleiben», sagt Weber.

Er befürchtet vor allem, dass jungen Schweizer Spielern der Platz genommen wird und Einheimische auch weniger Verantwortung in den Special Teams übernehmen dürfen. Das könnte sich dann auch negativ auf die Entwicklung der Nationalmannschaft auswirken.

SRF zwei, powerplay, 26.01.2021, 22:25 Uhr;

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

22 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Gunda Stirnemann  (Gunda B)
    Sportfunktionäre machen den Sport kaputt. Das war schon vor 40 Jahren so. Ein Salary cap genügt, um die Kosten zu deckeln. Hier finde ich ausnahmsweise mal das amerikanische NHL System gut. Wenn weniger Spieler aus dem Nachwuchs eingesetzt werden, dafür ein paar mittelklassige Schweden, Tschechen etc. macht das nur die Identitäten der Clubs kaputt. Die vier Ausländer sind eigentlich perfekt, das macht es auch no möglich das Ausländer als Identitätsfiguren wahrgenommen werden z.B. Ari Sulander.
  • Kommentar von Roland Glättli  (R. Maier-G.)
    Auf den ersten Blick ist der Moment für so eine Aktion günstig. Keine Fans im Stadion, die ihren Unmut ausdrücken! Auf den 2. Moment aber sehr gefährlich, da noch eine Rückzahlung, bzw. Gutschrift an die Abonnenten offen ist. Ich wäre kulant gewesen, nun aber will ich jeden CHF, den ich zurück kriegen kann! Wenn ich nicht der Einzige bin, könnte das noch teuer werden!
  • Kommentar von Stefan von Känel  (Trottel der feinen Gesellschaft)
    Seien wir ehrlich: Die oberste Schweizer Eishockeyliga ist abgesehen von ein paar Playoff-Partien aufgrund des starken Gefälles brutal langweilig. Es ist eine Wohlfülliga. Eine Handvoll vermögender Vereine kauft alles zusammen, zahlt Jahr für Jahr viel zu viel für Spieler, die sich mit oberem Mittelmass statt Weltklasse zufriedengeben. Das ist der Intensität abträglich, die Liga dadurch im internationalen Vergleich nicht annähernd so gut wie sie anscheinend glaubt.
    1. Antwort von Roland Glättli  (R. Maier-G.)
      Aber die Liga ist sehr unterhaltsam, auf gutem Niveau!