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Lüthi am Tag nach der SCB-Enttäuschung
Aus Sport-Clip vom 15.03.2022.
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SCB-CEO Lüthi nach Saisonende «Tonnenweise Fehler sind passiert – bei mir angefangen»

Der Chef des SC Bern gibt sich am Tag nach dem Verpassen der Pre-Playoffs selbstkritisch, enttäuscht, aber auch zuversichtlich.

Dass er sauer sei, wolle er gar nicht verhehlen, doch jetzt schon ein Fazit zu ziehen, wäre «doof», erklärte Marc Lüthi am Dienstag. Etwa 12 Stunden zuvor hatte sein SC Bern die letzte Chance verpasst, eine verkorkste Saison doch noch zu retten. Die Niederlage gegen Lausanne besiegelte indes das Verpassen der Pre-Playoffs.

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Berner Worst-Case tritt gegen Lausanne ein
Aus Eishockey – Highlights vom 14.03.2022.
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Entsprechend schonungslos ging der CEO mit seinem Team ins Gericht: «Jetzt wissen alle: Wir sind unten angekommen. Noch tiefer kann es fast nicht gehen, sonst wäre es der Abstieg. Wir waren einfach nicht besser. Punkt, Ende, Amen. Wir haben keine Ausreden mehr, sind hart auf dem Boden aufgeschlagen. Jetzt heisst es Konsequenzen ziehen.»

Auch sich selbst nahm Lüthi dabei nicht aus der Verantwortung: «Es sind tonnenweise Fehler passiert, auf allen Stufen. Bei mir angefangen, über die sportliche Führung bis weiss Gott wo.»

Und gänzlich auf eine Analyse verzichten wollte er dann doch nicht: «Wir haben gewisse Sachen unterschätzt, andere überschätzt. Die Mannschaft wurde immer wie mehr ausgedünnt. Es waren anfangs hausgemachte Fehler, dann kam das doofe Corona dazu.» Eine weitere Erklärung seien die vielen Akteure, die den SCB Ende Saison verlassen: «Wir haben 12 auslaufende Verträge, also 12 Leute, die wahrscheinlich nur noch mit halbem Herz hier waren.»

Trotz einer durchgehend ungenügenden Regular Season hielt man dem Trainer Johan Lundskog die Treue. Weshalb? «Er ist ein toller Typ. Johan versteht sehr viel vom Eishockey, er ist fast ein wenig bestraft worden mit einem ungenügenden Teil der Mannschaft», nimmt Lüthi Verantwortung vom Headcoach.

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Lüthi über Trainer Lundskog und das Problem Corona
Aus Sport-Clip vom 15.03.2022.
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Trotz allem sah der 60-Jährige auch Lichtblicke. Dazu zählten für ihn SCB-Topskorer Dominik Kahun, Thierry Bader, Youngster Joshua Fahrni, Goalie Philip Wüthrich oder Routinier Ramon Untersander. Aber: «In Summe waren es zu wenige, die genügend waren.»

Zum Wundenlecken haben wir keine Zeit, wir müssen arbeiten.

Der Blick nach vorne tönt bei Lüthi hingegen durchaus optimistisch. «Wir haben schon einige gute Transfers für nächste Saison getätigt. Das sieht nicht schlecht aus.» Mit Romain Loeffel, Chris DiDomenico und Joël Vermin stossen drei verdiente Akteure an die Aare. Der 22-jährige Stürmer Marco Lehmann, welcher von Rapperswil-Jona kommt, ist ein Mann für die Zukunft.

Das wiederum bringe ihn zu folgendem Schluss: «Ich bin positiv, dass wir nächstes Jahr sicher nicht mehr so weit unten landen werden.» Doch nun müsse man umgehend mit dem «Um- und Aufbau» beginnen. «Zum Wundenlecken haben wir keine Zeit, wir müssen arbeiten.»

SRF zwei, sportlive, 14.3.22, 20 Uhr;

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Josef Schmid  (Velofahrer)
    Das doofe Corona. Als ob das die anderen nicht auch behindert hätte. Ich habe einfach nur Freude, dass die Berner mal vom hohen Ross gefallen sind.
  • Kommentar von Andreas Beck  (Zeitgenosse)
    Von Selbstkritik lese und höre ich aber nicht gerade viel, ausser vordergründigen Phrasen. Wie war das nochmal mit Florence Schelling? Sich insgeheim schon auf den Titelseiten sehen mit der ersten Sportchefin der Liga, und wenn es nicht gerade sofort läuft wie geplant, lässt man sie fallen wie eine heisse Kartoffel. Solchen Leuten geht es nicht wirklich um den Sport, sondern um Glamour und Zahlen. Marc Lüthi kann beim EHC Olten nachfragen, was echtes, ehrliches Engagement eines CEO bedeutet.
    1. Antwort von Lukas Ellenberger  (Lukas Ellenberger)
      Beim EHC Olten, der seit Jahren eine völlige Misswirtschaft betreibt und mehrfach vor der Insolvenz stand? Klappt es dieses Jahr wieder nicht mit dem Aufstieg, hören wir im Sommer wieder die gleiche Leier bezüglich der finanziellen Lage des Vereins. "Ehrliches Engagement" hilft auch nicht, wenn man dafür die Finanzen nicht im Griff hat.
    2. Antwort von Andreas Beck  (Zeitgenosse)
      @Lukas Ellenberger: war nicht ganz ernst gemeint. Der CEO des EHCO ist ja auch ein ehemaliger SCB-ler...
  • Kommentar von markus ellenberger  (ELAL)
    „ dann kam das doofe Corona dazu.“ ja und einfach weiter spielen ich sage ja schon lange Masken im Spitzensport. Aber das ist bis jetzt noch nie richtig thematisiert worden. Wird wohl auch im Herbst wieder unter den Tisch gekehrte.
    1. Antwort von Flumi Del Mar  (Flumi)
      Nicht ihr ernst!? Lassen wir Corona hinter uns und leben wieder!