Auf los geht's los: Der Auftakt zum Playoff-Halbfinal zwischen Davos und dem ZSC am Samstag beinhaltete alles, was das (neutrale) Eishockey-Herz begehrt. Es wurde äusserst hart, meist aber fair gespielt, es fielen grossartige Tore und die Partie befand sich bis in die Schlussminuten auf Messers Schneide.
Seltener Hrubec-Patzer zur Unzeit
Am Ende war es dieselbe Geschichte wie fast immer in der laufenden Saison: Der mit einer inzwischen fast schon unverschämten Selbstverständlichkeit ausgestattete HCD fand einen Weg, ein 50:50-Spiel für sich zu entscheiden. Dies, obschon die Zürcher nach der geglückten Aufholjagd vom 0:2 zum 2:2 im letzten Drittel dem Führungstor gefühlt näher gewesen waren.
Doch während HCD-Goalie Sandro Aeschlimann wie gewohnt keine Schwächen zeigte, liess sich sein Gegenüber Simon Hrubec für einmal von einem vermeintlich harmlosen Abschluss überlisten. Womöglich pariert der ZSC-Tscheche diesen Schuss von Tino Kessler in 99 von 100 Fällen. Die eine Ausnahme am Samstag besiegelte letztlich die Auftakt-Niederlage des Titelverteidigers.
Unbelohnter Steigerungslauf
Grund zur Sorge gibt es beim ZSC aber noch keinen. Der Meister der vergangenen beiden Saisons wurde im 1. Drittel zeitweise zwar vom Power-Hockey des Quali-Siegers überrannt, passte sich der Davoser Intensität mit Verlauf der Partie aber immer besser an. Nach einem ausgeglichenen Mittelabschnitt gewannen die Lions im 3. Drittel sogar die Überhand.
Resultatmässig blieb der Zürcher Steigerungslauf zwar unbelohnt. Dennoch dürfte das Team von Coach Marco Bayer wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf die Fortsetzung der Serie gewonnen haben.
Parallele zum Viertelfinal gegen Zug
Der Halbfinal-Auftakt erinnert an den Start der Davoser Viertelfinal-Serie gegen Zug. Damals war der HCD in Spiel 1 zuhause ebenfalls nicht zwingend das bessere, schlussendlich aber das siegreiche Team. Der EVZ hatte bis kurz vor Schluss geführt, ehe der HCD wieder HCD-Dinge – Stichwort Selbstverständnis – machte und die Partie noch drehte.
Wenn es nach dem ZSC geht, soll es bei dieser einen Parallele bleiben, denn Zug verlor in der Folge auch Spiel 2 und später die Serie gegen Davos mit 1:4. Die Zürcher sind angehalten, am Ostermontag im zweiten Halbfinal-Spiel ihre Effizienz in Sachen Chancenverwertung hochzuschrauben und im besten Fall die Partie schon vor der «Crunch Time» zu entscheiden – aus bestens bekannten Gründen.