- Im Playoff-Final der National League gibt es den nächsten Auswärtssieg, dank dem die «Drachen» in der Best-of-7-Serie gegen den HC Davos auf 2:1 stellen.
- Gottéron muss dafür 89 Minuten lang rackern, erst die 2. Verlängerung entscheidet.
- Beim 3:2 n.V. im 3. Aufeinandertreffen geht das Game-Winning-Goal auf das Konto des 40-jährigen Julien Sprunger, der kurz vor seinem Karriereende steht.
- Am Freitag folgt in Freiburg Akt 4 im Titelrennen, es könnten dann schon die ersten Meisterpucks fällig sein.
Das Ende im 3. Gipfeltreffen um die Meisterentscheidung liess lange auf sich warten – hielt dafür aber einen Schlusspunkt bereit, der kitschiger nicht hätte sein können. Julien Sprunger, der Captain der Freiburger, der zum Saisonende seinen sportlichen Ruhestand antreten wird, haute die Scheibe aus spitzem Winkel in der 89. Minute ins Netz bzw. ins Glück für seine Farben. Dank dem 3:2 in der 2. Overtime des 3. Final-Akts stellte Gottéron in der Serie wieder auf 2:1.
Die «Drachen» legten somit zum 2. Mal vor, und es gab ein Break zum Dritten. Dass der HC Davos auch im 2. Heimspiel in diesem Final unterlag, verblüfft mit Blick auf die Statistik. Denn die ganze Saison über hatten die Bündner ihre eklatante Heimstärke ausgespielt. In der Regular Season waren vor eigenem Anhang nur 3 Spiele verloren gegangen, bis zum doppelten Gottéron-Coup in den Playoffs noch kein einziges. Nun aber hatten die Freiburger die Festung im Landwassertal in einer äusserst engen, kampfbetonten «Kiste», in der die Kräfte aller Akteure zunehmend schwanden, erneut eingenommen.
Aeschlimanns Qualitäten sind mannigfaltig
Dabei hatte Filip Zadina die Partie für die Bündner in der 29. Minute vermeintlich in die gewünschten Bahnen gelenkt. Die 2:1-Führung im Powerplay bedeutet das 1. Final-Tor für den Tschechen. Massgeblichen Anteil daran hatte ebenso Torhüter Sandro Aeschlimann. Der 31-Jährige buchte dabei seinen bereits 4. Assist der Saison, indem er die Situation mit Wechseln auf Gottérons Seite augenblicklich erfasste, das Spiel schnell machte und den Puck prompt zu Zadina weiterleitete.
Mit zunehmender Dauer im 3. Drittel erhielt Freiburg Aufwind und rackerte für den Ausgleich. In der 48. Minute wurde das Team von Trainer Roger Rönnberg prompt belohnt. Von Marcus Sörensen lanciert, konnte Lucas Wallmark sehenswert zum 2:2 einschieben.
Stimmen aus dem Gewinnerlager
Superprompter Gegenschlag
Es war dies zu diesem Zeitpunkt schon der zweite Geniestreich des schwedischen Tandems. Denn im temporeichen, animierten Startdrittel hatten sich zunächst die Gäste auf die Resultattafel gebracht. Nach einem Querpass von Wallmark zog Sörensen platziert aus dem Handgelenk heraus zur 1:0-Führung für Freiburg ab. Die Freude bei Gottéron war noch längst nicht abgeebbt, als sie schon wieder getrübt wurde.
Denn lediglich 13 Sekunden, nachdem der Match wieder freigegeben worden war, schlug es auf der anderen Seite ein. Ein freistehender Simon Knak im Slot jubelte über den Express-Ausgleich. Das war's dann aber mit Express: Denn bis zur Entscheidung dauerte es 89 epische Minuten – und dabei hatte das Momentum längst wieder gekehrt.
Stimmen aus dem Verliererlager
Weiter geht's im 2-Tages-Rhythmus
Das nächste Wiedersehen im Playoff-Final gibt es am Freitagabend in der Saanestadt. Der Puckeinwurf zu Spiel 4 erfolgt wiederum um 20:00 Uhr (live bei SRF im Ticker). Ein weiterer Erfolg würde Freiburg schon die ersten Meisterpucks bescheren. In diesem Fall könnten am Sonntag in Davos die Korken zum allerersten Titel in der Klubgeschichte knallen. Freiburg kennt mittlerweile ja das Rezept, wie der Quali-Sieger in dessen Territorium zu bodigen ist.